Themenfelder

Am Ball bleiben Themenfelder

Brennglas Fußball

Diskriminierende Strukturen, Angriffe und Beschimpfungen sind im Fußball, ebenso wie in der Gesellschaft, präsent. Sie haben auf und neben dem Rasen jedoch häufig noch eine eigene „Logik“, die mit den besonderen historischen und kulturellen Bedingungen des Fußballs zusammenhängt.

Ein einfaches Beispiel macht das deutlich: Offene Homosexualität beispielsweise ist für einen Profifußballer undenkbar, für einen Musiker oder Schauspieler nicht, obwohl es natürlich auch in diesen Bereichen der Gesellschaft Diskriminierung gibt. Der Fußball hat Diskriminierungen, egal welcher Art, nicht „erfunden“ oder verursacht, ebenso wenig aber bildet er gesellschaftliche Zustände nur ab, wie gerne behauptet wird. Der Fußball ist nicht einfach ein Spiegel der Gesellschaft, er funktioniert, wie der Soziologe Wilhelm Heitmeyer formulierte, eher als „Brennglas“, unter dem bestimmte Muster und Strukturen deutlicher zutage treten oder verstärkt werden, wie etwa die Orientierung an als männlich definierten Werten. Diese Logik des Fußballs und seiner Kultur gilt es zu verstehen, wenn man über Rassismus, Diskriminierung und Gewalt spricht – und etwas dagegen unternehmen will. Denn das, was im Brennglas Fußball sichtbar wird, ist nicht für alle Zeiten festgelegt, eine Veränderung ist möglich.

Copyright © 2007 amballbleiben.orgImpressum