Am Ball bleiben News 23.11.2009

[23.11.2009]
„Für Offenheit und Akzeptanz von Homosexualität im Fußball“ – LAG Lesben in NRW e.V. startet Plakataktion

Mit vier Plakaten macht die Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW e.V. derzeit auf die Situation Homosexueller im Fußball aufmerksam. In Kooperation mit dem Fußballteam „Böse Möwen“ aus Köln hat die Fotografin Monica Brauer vier Motive gewählt, die im Rahmen der Aktion „Für Offenheit und Akzeptanz von Homosexualität im Fußball“ die Sichtbarkeit und das Selbstbewusstsein von lesbischen Frauen fördern und Vorurteile und Klischees abbauen sollen.

Die Plakate sind Teil des Projekts, das im Vorlauf der 2011 stattfindenden Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und der damit verbundenen Aufmerksamkeit auf die nach wie vor existierende Diskriminierung und Unsichtbarkeit von lesbischen Frauen in der Fußballwelt als Spielerin, Trainerin/Betreuerin, Fan, Schiedsrichterin aufmerksam machen will. Die Motive „Outing (un-)möglich?!“ und „Im Abseits?“ sollen die nach wie vor vorhandene homophobe Stimmung und Haltung von Teilen der Gesellschaft, sowie die Ängste der Homosexuellen ansprechen. Das Motiv „Trikottausch?“ setzt sich speziell mit dem intimen Bereich Umkleidekabine, Ängste, Sexualität und dem gesellschaftlichen Unwohlsein, mit Lesben oder Schwulen zu privat zu werden, auseinander. Das Plakat „Ist doch egal, wer das Tor macht!“ soll als Antwort auf die Fragen der drei anderen Plakate gesehen werden und als eine Art Wunschvorstellung, da hier auch die Gegnerinnen über das Tor jubeln.

Die LAG Lesben in NRW e.V. sagt zu der Aktion: „Sichtbare Identifikationsfiguren fördern die Selbstfindung eines jedes Menschen und sind die Basis für eine gesellschaftliche Kommunikation.“ Fotografin Monica Brauer ergänzt: „Meinungen und Ansichten können dann kontrovers ausgetauscht werden und erreichen so zukünftig den Status des Akzeptierens. Die kaum vorhandene Sichtbarkeit von lesbischen Frauen im Frauenfußball deutet darauf hin, dass ein Outing immer noch ein Wagnis ist, somit eine Auseinandersetzung mit dem Thema Homophobie nicht wirklich ermöglicht wird.“

Neben der Förderung der Sichtbarkeit ist der Abbau der vorhandenen Vorurteile das zweite Ziel des Projekts, da lesbische Frauen zum Beispiel von anti-schwulen Hetzgesängen in Stadien genauso diskriminiert werden wie schwule Männer. Auch wenn es ein gesellschaftliches Spektrum der Akzeptanz gibt, so ist gerade in der Amateur-Fußball-Vereinswelt ein toleranter Umgang mit homosexuellen Menschen oftmals nicht gegeben. Als positives Beispiel im Umgang mit „Minderheiten“ ist der wachsende Anteil von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund im Fußball zu nennen.

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