Am Ball bleiben News 17.11.2009

[17.11.2009]
Roter Stern Leipzig mit Sächsischem Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet

Das kultur-politische Sportprojekt Roter Stern Leipzig 99 e.V. wurde vergangene Woche als einer von drei Preisträgern mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet. Damit wurde der Verein für seine Verdienste im gesellschaftlichen Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus geehrt.


Preisverleihung Sächsischer Förderpreis für Demokratie, Quelle: Amadeu Antonio Stiftung

Der in diesem Jahr zum dritten Mal vergebene Preis wird durch die Amadeu Antonio Stiftung, die Freudenberg Stiftung, die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, die Stiftung Frauenkirche Dresden und den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen ausgelobt. „Der Förderpreis für Demokratie bestärkt all jene, die sich für den Ausbau der demokratischen Kultur, für eine Kultur des Mitmachens und des friedlichen Miteinanders im Freistaat Sachsen einsetzen“, erklärte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich während der Preisverleihung in der Dresdner Frauenkirche.

Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, erklärte zur Vergabe des Förderpreises an den „Roten Stern Leipzig“: „Dieser Fußballverein will sich mit rassistischer, antisemitischer und homophober Gewalt im Stadion nicht abfinden und hat daher ein wirksames Gegenprogramm gestartet: Diskriminierungen jeglicher Art werden im Spielbetrieb nicht geduldet und über die sportliche Ebene hinaus organisiert der Verein Kulturprojekte gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Für dieses einzigartige Projekt verdient der Rote Stern den Sächsischen Förderpreis für Demokratie“, so Kahane, die zudem betonte, die Auszeichnung erfolge allein aufgrund des mutigen Engagements des Vereins und nicht als Reaktion auf die gewalttätigen Übergriffe Ende Oktober. Am 24. Oktober waren beim Auswärtsspiel des Roten Stern in Brandis Spieler und Fans des Vereins von rund 50 Neonazis angegriffen worden.

Claudia Krobitzsch, Vereinssprecherin des Roten Sterns, erklärte: „Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung. Jetzt haben wir die dankbare Aufgabe, mit unseren Mitgliedern über sinnvollen Einsatz des Preisgeldes zu diskutieren. Ich denke, dass in erster Linie unsere Jugendarbeit und Projekte, die Diskriminierung und Neonazismus im Fußball thematisieren wollen, finanziell gestärkt werden. Aber auch ideell ist der Demokratiepreis eine tolle Sache und ein offizielles Dankeschön an alle Aktiven, die in den letzten zehn Jahren im Stern mitgewirkt und ihn begleitet haben. Ihnen gebührt der Dank.“

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Initiative Medinetz Dresden e.V., bei der sich Medizinstudenten in Kooperation mit Ärzten, Psychotherapeuten, Hebammen und Dolmetschern um ärztliche Versorgung von Migranten bemühen. Der Sonderpreis ging an den Oberlausitzer Verein „Hillersche Villa“, ein Kulturzentrum im Dreiländereck Tschechien-Sachsen-Polen das mit Angeboten wie Musik-, Kunst- und Theaterkursen Begegnungen fördert.

Die Auszeichnungen des Sächsischen Förderpreis für Demokratie sind mit jeweils 15.000 EUR dotiert. Eine prominent besetzte Jury, in der in der neben den Vertretern der auslobenden Stiftungen unter anderem auch Professor Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld mitwirkte, wählte die Preisträger aus insgesamt 55 Bewerbungen aus. Auch im kommenden Jahr wird der Förderpreis wieder ausgelobt; die Ausschreibung erfolgt im Frühjahr 2010.

Copyright © 2007 amballbleiben.orgImpressum