Am Ball bleiben News 30.10.2009

[30.10.2009]
FARE-Aktionswoche international

Nicht nur in Deutschland, auch in 36 anderen Ländern Europas haben vom 15.- 27. Oktober im Rahmen der 10. FARE-Aktionswoche viele Veranstaltungen gegen Diskriminierung und Rassismus im Fußball stattgefunden. Vom Schweizer Cup, den in diesem Jahr die transkulturelle Straßenliga „bunt kickt gut“ durchgeführt hat, bis zur Organisation einer Minifußballtour in Albanien – wir stellen einige Beispiele vor.

Über den Aktionszeitraum hinaus – nämlich bis zum 1. November – engagiert sich die Swiss Football League im Kampf gegen Rassismus. Begonnen haben die Eidgenossen am 17. und 18. Oktober mit dem Schweizer Cup, der in diesem Jahr durch die transkulturelle Straßenliga „bunt kickt gut“ (www.buntkicktgut.ch) organisiert und durchgeführt wurde. Unter dem Titel „Integratives Potential von Fußball und Eishockey“ hat ACRO Ghana (Association for the Care and Rehabilitation of Offenders, Ghana) (www.acroghana.org) am 24. Oktober einen Workshop durchgeführt, der als Auftaktveranstaltung für ein Jahresprogramm in diesem Themenbereich gelten soll und Sportler und Zuschauer aus dem Profi- und Amateurbereich einschließt.

Vier Tage nach Ende der Aktionswoche werden beim Ligaspiel der BSC Young Boys Bern gegen den FC Luzern am 1. November beide Teams in Trikots mit dem Aufdruck „Gemeinsam gegen Rassismus“ auflaufen. Die Faninitiative HalbZeit wird eine spezielle Choreografie gestalten. Die Swiss Football League hat alle anderen Mannschaften der Liga dazu aufgerufen, die Aktion zu unterstützen und sich zu beteiligen.

Auch in Griechenland ist die Beteiligung groß: Nachdem die griechische Superleague das Wochenende des 17./18. Oktober dem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung gewidmet hatte, folgten einige Aktivitäten von FOUL (www.foul.gr), einer von  Schiedsrichtern gegründeten Formation. Unter anderem trat FOUL in einem Freundschaftsspiel gegen das hellenische Team von Homeless World Cup an.

Mit einer Ausstellung von Bildern über Fußball und Rassismus haben einige Schulen von Volos an dieser Aktion teilgenommen. Unter dem Motto „Sorg für Verständnis und Bewusstsein durch Fairplay“ fanden in Griechenland zudem Paraden von Studenten mit FARE-Bannern statt. FARE hat außerdem in Athen spontan ein Spiel zwischen Immigranten und Altfußballern organisiert, das ebenso wie Partien zwischen Schülern unter dem Motto „Zeig dem Rassismus die rote Karte“ durchgeführt wurde.

In Rumänien lag das Hauptaugenmerk der FARE-Aktionswoche vor allem darauf, auf die Missstände der Minderheiten, insbesondere der Roma, aufmerksam zu machen. In Bukarest fand zu diesem Zweck ein Fußballspiel zwischen zwei ethnisch gemischten Teams von Schülern aus zwei ausgewählten Schulen statt. Schüler jeder Schule haben weiterhin an Vorschlägen für zwei antirassistische Banner gearbeitet, die am Tag des Spiels ausgehängt wurden. Zwischen dem 15. und 22. Oktober fanden weiterhin mehrere parallele Workshops statt, die für die Schüler organisiert wurden. Während dieser Workshops wurden antirassistische Videos gezeigt, hinterher haben Profifußballer verschiedener Ethnien und Vertreter von NGOs mit den Schülern das Themenfeld Rassismus diskutiert. Weiterhin wurden Vorbereitungen zur Veröffentlichung einer Anti-Rassismus-Zeitung getroffen, die von den Schülern selbst herausgegeben werden und über die Aktivitäten gegen Rassismus an der Schule sowie über das angesetzte Fußballspiel berichten sollte. Weitere Informationen zu den Roma und anderen Minderheiten finden Sie hier.

Eine Zeitung mit Schwerpunkt „Gegen Rassismus im Fußball“ ist auch in Russland während der FARE-Aktionswoche erschienen. Unter dem Arbeitstitel „Afanat“ (antfaschistischer Fußballfan) und der Federführung der Moskauer antifaschistischen Bewegung (www.antifa.ru) haben Journalisten, Redakteure und Korrektoren antifaschistische Aktionen in der Moskauer Fußballszene zusammengetragen und Interviews mit Aktivisten in der Rassismus-Bekämpfung geführt.

Mit einer Minifußballtour, durchgeführt unter anderem durch Minderheitenteams der Roma (www.mjaft.org), hat in Albanien die FARE-Aktionswoche begonnen. Das Hauptaugenmerk der insgesamt drei Spiele in Shkodra lag hier vor allem darauf, auf die Lebensumstände der Roma aufmerksam zu machen, die Chancengleichheit für Frauen und Mädchen zu proklamieren und sich klar gegen Rassismus und Diskriminierung jeglicher Form zu positionieren.

In Großbritannien wurden im Rahmen der Aktionswoche und im Hinblick auf die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Kontinent Afrika die „frühen schwarzen Pioniere des Fußballs“, Arthur Wharton und Walter Tull, herausgestellt. Organisiert von FURD (www.furd.org) wurden am 20. Oktober in einer chronologischen Darstellung die Spuren des ersten professionellen schwarzen Fußballers in den 1880er-Jahren bis hin zur WM 2010 nachgezeichnet. Das besondere Augenmerk lag hier auf der langen Geschichte der Beziehungen im Fußball zwischen England und Südafrika. Phil Vasili, Autor der neuen Biographie „All the Guns in France couldn’t wake me“ über Walter Tull, war ebenso zu Gast wie Belinda Beasley, die über das Werk „There’s only one Wayne Matthews“ von Roy Williams, das sich mit Rassismus und Fußball auseinandersetzt, informiert hat.

 

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