Am Ball bleiben News 22.10.2009

[22.10.2009]
FARE-Aktionswoche in Deutschland

Im Rahmen der 10. FARE-Aktionswoche vom 15. bis 27. Oktober 2009 finden und fanden in deutschen Stadien zahlreiche Aktionen statt, mit denen sich Fangruppen, Vereine und Verbände gegen Rassismus und Diskriminierung positionieren. Wir stellen einige Beispiele vor.

Bereits eine Woche vor dem eigentlichen Start der FARE-Woche wurde in Oldenburg beim Oberligisten VfB Oldenburg eine Aktion der lokalen Faninitiative (www.ofi-oldenburg.de) initiiert. Unter dem Motto „VfB kennt keine Grenze: außer Diskriminierung“ gab es am 11. Oktober eine Choreographie im Stadion, des Weiteren wurden 24-seitige Broschüren zu den Themen Fremdenfeindlichkeit, Krankheit/Behinderung, Homophobie, Geschlechterrollen und Armut verteilt. Die Texte sind auch dauerhaft auf der eigens eingerichteten FARE-Website der Initiative nachzulesen.

Der Deutsche Fußball Bund (DFB) hat das Länderspiel Deutschland gegen Finnland in Hamburg unter das Motto „Gegen Homophobie im Fußball“ gestellt, wie am Ball bleiben bereits berichtete. Der DFB hat zudem auch für seine Aktion zur diesjährigen FARE-Aktionswoche das Motto „Viele Farben, ein Spiel – Gegen die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball“ gewählt. Mit einem Flyer, der in einer Auflage von 80.000 Stück in den deutschen Stadien verteilt wird, soll für mehr Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben geworben werden. Der Flyer wurde von den schwul-lesbischen Fanclubs (QFF), der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) und dem Bündnis Aktiver Fußball-Fans (BAFF) konzipiert und kann hier heruntergeladen werden.

Die Düsseldorfer Fanszene ist seit vielen Jahren sehr aktiv in die FARE-Aktionswoche eingebunden. Auch 2009 stehen zahlreiche unterschiedliche Punkte auf dem Programm, etwa ein Filmabend „Homophobia sucks“ am 15. Oktober mit der DSF-Doku zum Thema Homophobie und dem Spielfilm „11 MEN OUT“, eine Gesprächsrunde zum Thema „Fortuna unterm Hakenkreuz“ am 18. Oktober, die eine künftige Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte des Vereins vorbereitet, Aktionen im Stadion, eine Ausstellung zum Thema „Fußball und Migration“ und weitere Aktivitäten. Eine komplette Übersicht der Düsseldorfer Aktivitäten gibt es hier als Reader.

Das Netzwerk F_in Frauen im Fußball (www.f-in.org) stellte am 18. Oktober beim Heimspiel von Fortuna Düsseldorf gegen den FSV Frankfurt seine Arbeit mit Flyer, Literatur, Aufklebern und T-Shirts vor. Am Fanstand im Stadion wurde zudem die erste Tafel der neuen Ausstellung „Tatort Stadion 2“ zum Thema Sexismus gezeigt. „Tatort Stadion“ ist eine Ausstellung des Bündnisses aktiver Fußballfans BAFF zu Diskriminierung im Fußball. BAFF und F_in haben gemeinsam die Tafel „Rosa Schals und dumme Sprüche entworfen, auf der unterschiedliche Formen der Diskriminierung von Frauen im Fußballkontext vorgestellt werden.

Aktive Fans und Vereine in Nord und Süd, Ost und West

In München beim TSV 1860 präsentieren die Löwenfans gegen Rechts und die Mannschaft Transparente auf dem Platz und in der Kurve mit den Botschaften GEMEINSAM GEGEN RASSISMUS, VIELFALT – TOLERANZ – LEIDENSCHAFT IST UNSERE SACHE und LOVE 1860 – FIGHT RACISM.

Der FSV Lok Dresden (www.fsv-lok-dresden.de) und das DSC-Fanprojekt e. V. zeigen die positive Wirkung multiethnischer Vielfalt auf. In der aktuellen Mannschaft sind Spieler aus 12 Nationen aktiv: Irak, Vietnam, Algerien, Türkei, Serbien, Kosovo, Guinea-Bissau, Kamerun, Nigeria, Ukraine, Angola und Deutschland! Zu den Spielen am 18. Oktober, 15 Uhr, gegen die Spielvereinigung Dresden-Löbtau und am 25. Oktober, 14 Uhr, gegen die SG Verkehrsbetriebe Dresden werden neben Flyern und Programmheften auch ein großes Banner und T-Shirts mit dem Aufdruck „Fans, Spieler, Verein – die bunte Lok aus Dresden“ präsentiert. Des Weiteren erhalten alle Migranten mit ihren Familien freien Eintritt!

In Frankfurt stellt das Fanmagazin „Fan geht vor“ (www.fan-geht-vor.de) seine Ausgabe Nr. 179 unter den Schwerpunkt „fare action week 2009“ behandelt dabei auf unterschiedlichste Art Diskriminierungs- und Integrationsthemen. So gibt es u.a. Artikel zum Rassismus in der Fankurve, über Fans mit Migrationshintergrund, die FARE-Aktionswoche und die damit in Zusammenhang stehenden Aktionen in den verschiedensten Ländern und Infos über Symbolik von Markenklamotten mit rechtem Hintergrund. Ebenfalls am 18. Oktober startete die Aktion der Ultras Babelsberg mit Graffiti auf dem Stadiongelände, Spruchbändern und Choreo gegen Rassismus. Zwei offene Fanladen-Tage mit Filmen und Diskussionen über Rassismus gehören ebenfalls zum Programm.

Unter dem Motto „Viele Farben – ein blau-gelbes Herz“ nimmt der Oberligist 1. FC Lok Leipzig (www.lok-leipzig.com) in einer gemeinsamen Initiative mit dem Fanprojekt Leipzig zum nunmehr vierten Mal in Folge aktiv an der internationalen FARE-Aktionswoche teil. Zum kommenden Heimspiel im Bruno-Plache-Stadion am 25. Oktober, 14 Uhr, gegen Germania Halberstadt wird die Mannschaft mit dem Schriftzug des Mottos auf der Brust auflaufen.

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