Am Ball bleiben News 09.10.2009

[09.10.2009]
Rassismus im osteuropäischen Fußball: Monitoring-Zentrum eröffnet

Die Dokumentation von Rassismusfällen in Osteuropa und die Unterstützung von Gegeninitiativen, gerade im Vorfeld der EURO 2012, ist Schwerpunkt der Arbeit des neu gegründeten Monitoring-Zentrums in Warschau. Die Leitung liegt bei der Organisation „Never again“ („Nigdy Wiêcej“), dem polnischen Partner des Netzwerks FARE.

Tafel zum Thema Sexismus

Sampler der "Kick racism out of the stadiums"-Kampagne von Never Again

Das antirassistische Osteuropa-Monitoring-Zentrum hat im September seine Arbeit in Warschau aufgenommen. Das neu gegründete Zentrum befasst sich mit der Beobachtung, Recherche und Dokumentation von Fällen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Region, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Polen und der Ukraine liegen wird.

„Der wachsende soziale Stellenwert des Fußballs in Polen und der Ukraine im Vorfeld von 2012 biete eine gute Gelegenheit, die drängenden Probleme von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Osteuropa zu beleuchten“, erklärt der Soziologe Dr. Rafal Pankowski, Koordinator des Monitoring-Zentrums. „Unser Ausgangspunkt ist der Rassismus im Fußball, wir sehen dies jedoch in einem allgemeineren Kontext von Diskriminierung in der gesamten Gesellschaft“, erläutert der stellvertretende Koordinator Jacek Purski.

In vielen osteuropäischen Staaten ist im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte ein Anstieg von Rassismus, Antisemitismus und rechtsextremen politischen Aktivitäten zu verzeichnen. Auch im Fußball, der ja sehr viele soziale Entwicklungen widerspiegelt, sind offenkundige Beispiele für diese Probleme zu beobachten.

Nachhaltige Arbeit im Bereich Antidiskriminierung

Das Zentrum ist Teil des auf drei Jahre angelegten Osteuropa-Entwicklungsprojekts des Netzwerks FARE, Football against Racism in Europe. Die verstärkte Initiative in Richtung Osteuropa wird von der UEFA im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine finanziert. Die Kernziele des Projekts lauten:

  • Unterstützung der Vorbereitung der EURO 2012 und Antidiskriminierungsaktivitäten durch Trainingsprogramme, Lobbying-Aktivitäten und Partnerschaften mit Verbänden, lokalen Organisationskomitees und Austragungsstädten,
  • Begleitung und Kompetenzaufbau mit und für Gemeinschaften ethnischer Minderheiten, um Diskriminierung zu bekämpfen,
  • Stärkung des Profils von FARE und des Programms „Vereint gegen Rassismus“ (United against Racism) und deren Ziele in Osteuropa,
  • Aufbau einer Ressourcen- und Kampagnenplattform zur Unterstützung einer langfristigen Antidiskriminierungsarbeit im Fußball in Osteuropa.

Das Projekt wird darüber hinaus seine Länderbasis ausweiten, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf Ungarn und der Slowakei liegen wird. Zahlreiche weitere Staaten, nämlich Rumänien, Bulgarien, Russland, Weißrussland und Moldawien werden ebenfalls beobachtet werden, und auch hier werden bewusstseinsfördernde Aktivitäten erprobt werden.

Das übergreifende Projektmanagement wird geleitet vom Verband NEVER AGAIN (NIGDY WIÊCEJ) in Warschau. Die weiteren Partner im Projektkoordinationsteam sind: People Against Racism in der Slowakei, die Mahatma Gandhi Human Rights Organisation in Ungarn sowie Fairplay in Österreich. Das Projektteam beabsichtigt eine Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren NGOs und Gruppen ethnischer Minderheiten in ganz Osteuropa.

Das Netzwerk FARE www.farenet.org koordiniert und unterstützt die jährlich stattfindende europaweite Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball. In diesem Jahr läuft die Aktionswoche vom 15. bis 27. Oktober, auch aus Deutschland werden zahlreiche Fangruppen, Vereine und Verbände daran teilnehmen.

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