Am Ball bleiben News 18.08.2009

[18.08.2009]
FARE-Aktionswoche vom 15. bis 27. Oktober 2009

Rassismus zu ignorieren heißt, Rassismus zu akzeptieren – so lautet das Motto der zehnten FARE-Aktionswoche, in deren Rahmen das Netzwerk „Football Against Racism in Europe“ Aktionen in und um Fußballstadien in ganz Europa organisiert. Zwischen dem 15. und 27. Oktober 2009 schließen sich Fans, Vereine und Verbände in über 40 Ländern gegen Rassismus und Diskriminierung zusammen.


Aktionswoche 08 beim MSV Duisburg

Mit der jährlich stattfindenden Aktionswoche will FARE die öffentliche Wahrnehmung der Probleme von Rassismus und Ausgrenzung verstärken und insbesondere Fangruppierungen in ihrem Engagement unterstützen. In den letzten Jahren wurden bereits gute Fortschritte bei der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung im Fußball erzielt, in vielen Teilen Europas kommt es jedoch noch immer zu offenen Schmähungen von schwarzen Spielern oder Angehörigen ethnischer Minderheiten, und zwar sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich. Subtilere Formen der Ausgrenzung existieren weiterhin, Migrantinnen und Migranten fühlen sich oftmals ausgeschlossen von den bestehenden Strukturen der Fußballverbände, Vereine und Fanklubs in Europa. Es gibt zudem Anzeichen, dass rechtsradikale Fangruppen in vielen Stadien des Kontinents auf dem Vormarsch sind, und Homophobie und Sexismus stellen nach wie vor massive Probleme innerhalb und außerhalb der Stadien in ganz Europa dar.

Die Idee hinter der FARE-Aktionswoche ist, dass durch breit gefächerte Initiativen und Aktivitäten lokale Probleme in Vereinen oder Städten angesprochen werden und gleichzeitig mit Gruppen auf dem ganzen Kontinent zusammengearbeitet wird, um vereint Stellung gegen den Rassismus im Fußball zu beziehen. Was 2001 als kleine Kampagne in neun Ländern begann, ist mittlerweile zur größten Serie antirassistischer Veranstaltungen im Sport geworden. Die Aktionswoche 2008 fand mit einer Rekordzahl von mehr als 700 Veranstaltungen in 37 Ländern in und um Fußballstadien in ganz Europa statt. Europas Topstars unterstützen die Kampagne. Alle 32 Mannschaften der UEFA Champions League haben an der „United against Racism“-Kampagne teilgenommen. Die Zahl der teilnehmenden Profiligen ist auf 14 angestiegen. Auch die symbolischen Aktionen, die von den nationalen Fußballverbänden und einzelnen Vereinen organisiert werden, erreichen von Jahr zu Jahr mehr Menschen.

Unterstützung für vielfältige Aktivitäten

Jedes Jahr leistet das FARE-Netzwerk finanzielle Unterstützung für eine Reihe von Aktivitäten an der Basis, die auf Probleme in den Fußballvereinen vor Ort aufmerksam machen und diese bekämpfen wollen. 2008 wurden von rund 190 Gruppen, unter anderem Fanklubs, Organisationen ethnischer Minderheiten, Fußballvereinen und einer Reihe von nichtstaatlichen Organisationen aus ganz Europa kreative Vorschläge eingereicht. Mit Unterstützung durch die UEFA hat das FARE-Netzwerk über 100 Basisinitiativen kleine Finanzhilfen angeboten und unentgeltlich Materialien für die Kampagnen bereitgestellt. Viele weitere Fangruppen organisieren sich selbst, um Rassismus und Rechtsextremismus zu bekämpfen. FAREs langfristiger Schwerpunkt auf der Situation in Ost- und Mitteleuropa hat zu einer steigenden Zahl von Anmeldungen in den Balkanstaaten, den ehemaligen Sowjetrepubliken und den neuen EU-Mitgliedstaaten wie Polen, Ungarn und Rumänien geführt.

Neben Aktivitäten von Profivereinen, Nationalverbänden und Ligen, wie z.B. der UEFA Champions League, bietet die FARE-Aktionswoche auch Fans, MigrantInnen- und Amateurvereinen auf dem ganzen Kontinent die Möglichkeit, zusammen zu kommen, um die integrative Kraft des Spiels zu feiern. FARE stellt für lokale, im Rahmen der Aktionswoche stattfindende Aktivitäten, finanzielle Mittel zur Verfügung, z.B. für die Erstellung von Materialien und die Organisation von Antirassismus-Spielen oder speziellen Fan-Choreographien. Interessierte Gruppen können sich unter www.FAREnet.org für eine finanzielle Unterstützung bewerben (max. 400 Euro). Bewerbungsschluss ist der 7. September 2009.

Copyright © 2007 amballbleiben.orgImpressum