Am Ball bleiben News 25.05.2009

[25.05.2009]
„Rechtsaußen ins Abseits!“ Radiobeitrag zu Antisemitismus und Rassismus im Fußball

Am 21. Mai beschäftigte sich Deutschlandradio Kultur in der Sendereihe „Nachspiel“ mit dem Thema Antisemitismus und Rassismus im Amateurfußball. Den Beitrag von Thorsten Poppe gibt es nun auch als Manuskript zum Nachlesen.

Tipp:

Hintergründe zum Thema Antisemitismus im Fußball finden Sie in unserer Rubrik Themenfelder

Berichte über rassistische oder antisemitische Vorfälle im Amateurfußball wurden erst vor Kurzem überhaupt publik gemacht, lange konzentrierte sich die mediale Aufmerksamkeit vor allem auf den Bereich des Profisports. Während in den oberen Ligen der offene Rassismus durch vielfältige Maßnahmen inzwischen zurückgegangen ist und eine deutliche Sensibilisierung für das Problem bei Fans und Vereinen gleichermaßen zu spüren ist, sieht es im Amateurbereich häufig noch anders aus.

Tipp:

Ein Interview mit Roger Dan Nussbaum von Makkabi Deutschland mit mehr Hintergrundinfos zur Situation jüdischer Vereine in Deutschland finden Sie in unserem Newsarchiv.

Deutschlandradio-Autor Thorsten Poppe hat den TuS Makkabi Berlin begleitet und mit Trainer und Spielern gesprochen. Er dokumentiert antisemitische Anfeindungen, denen der Verein ausgesetzt ist, und schildert den mühsamen Kampf dagegen. Zu Wort kommen auch der zuständige Referatsleiter im brandenburgischen Verfassungsschutz, der sich in seinen Jahresberichten explizit mit dem Thema der rechtsextremen Fußballfanszene befasst, sowie der Vizepräsident des Berliner Fußballverbandes, Gerd Liesegang, seit vielen Jahren aktiv im Kampf gegen Rassismus und Gewalt. Auf einer mehrtätigen Tagung im März 2009 diskutierten Verbandsvertreter aus ganz Deutschland in Berlin über das Thema „Rechte Gewalt im Amateurfußball“. Zu dem Problemfeld gehört auch die Gefahr der Unterwanderung von Vereinen durch rechtsextreme Gruppierungen: Die Sendung berichtet von Zuschauern in Thor-Steinar-Jacken, über Vereinsmitglieder mit NPD-Parteiausweis und großzügige Spenden von rechts in die Mannschaftskasse. Vereine, die sich gegen diese Vereinnahmungen zur Wehr setzen wollen, finden Hilfe zum Beispiel bei der Sportjugend Brandenburg, die Amateurklubs in solchen Konfliktfällen berät. Trotz der vorhandenen Ansätze im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus auf dem Fußballplatz: Für den Trainer des TuS Makkabi ist die Freude am Fußballsport in den regelmäßigen Übergriffen und Diskriminierungen verloren gegangen. Er wird seinen Posten aufgeben.

Copyright © 2007 amballbleiben.orgImpressum