Am Ball bleiben News 05.05.2009

[05.05.2009]
Hannover 96: Antidiskriminierungsparagraf in Vereinssatzung

Vergangene Woche stand bei der Jahreshauptversammlung von Hannover 96 neben Ehrungen für verdiente Mitglieder und einer Rede von 96-Präsident Martin Kind auch ein Antrag Änderung der Vereinssatzung auf der Tagesordnung.

Bereits in der bisherigen Vereinssatzung des Bundesligisten ist ein möglicher Mitgliederausschluss bei rassistischem Verhalten vorgesehen. Die jetzt durch den Vorstand eingebrachte und von der Jahreshauptversammlung beschlossenen Änderung der Vereinssatzung wird aber noch deutlicher. Der Verein tritt „rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen sowie diskriminierenden Bestrebungen“ entschieden entgegen. Mitglieder, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung verstoßen, können ausgeschlossen werden.

Hannover 96 beteiligt sich bereits seit Längeren zusammen mit den Klubs 1. FC Union Berlin, SV Kelbra und FC Eintracht Ammensen an dem DFB-Pilotprojekt „Verein für Toleranz und Anerkennung, gegen Rassismus und Diskriminierung“, das auf Initiative einer DFB-Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Gunter A. Pilz von der Uni Hannover entstanden ist. In den beteiligten Vereinen wird exemplarisch erprobt, wie sich Profi- und Amateurvereine entsprechend ihrer personellen und finanziellen Rahmenbedingungen für Toleranz und gegen Rassismus und Diskriminierung einbringen können. Dabei geht es u. a. um folgende Fragen

  • Was können Vereine leisten, um gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball vorzugehen?
  • Wie kann man Rechtsextremismus in Vereinen begegnen?
  • Wie reagieren Trainer, Spieler und Betreuer auf rassistische Äußerungen auf dem Fußballplatz?
  • Welche Handlungsmöglichkeiten haben Vereine, insbesondere im Amateurbereich?

Die Änderungen der Vereinssatzung, wie sie jetzt bei Hannover 96 vorgenommen werden, ist Teil dieser Überlegungen und Aktionen. Auch andere Vereine, wie etwa Schalke 04 oder Tennis Borussia Berlin, haben Paragraphen gegen Rassismus, Rechtsextremismus Diskriminierung, die bei entsprechendem Verhalten auch einen Ausschluss vorsehen, in ihre Satzung aufgenommen.

Die regelmäßig tagende Arbeitsgruppe „Für Toleranz – gegen Rassismus“ berät die vom DFB-Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn geleitete Abteilung „Prävention und Sicherheit“, um Strategien gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußball in Deutschland zu entwickeln. Prof. Dr. Gunter A. Pilz leitet den siebenköpfigen Arbeitskreis, dem außerdem folgende Mitglieder angehören: Roger Dan Nussbaum (TuS Makkabi Deutschland), Dr. Gregor Rosenthal (Bündnis für Demokratie und Toleranz), Ralf Schnitzmeier (Hannover 96), Olliver Tietz (DFB-Kulturstiftung), Gerd Wagner (Am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung), Dirk Zingler (1. FC Union Berlin).

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