Am Ball bleiben News 24.04.2009

[24.04.2009]
Julius-Hirsch-Preis 2009 ausgeschrieben

Zum fünften Mal verleiht der DFB in diesem Jahr den Julius-Hirsch-Preis. Ausgezeichnet werden Projekte und Initiativen, die sich in öffentlich wahrnehmbarer Form für Demokratie und Menschenrechte und gegen Antisemitismus, Rassismus, Extremismus und Gewalt wenden. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis kann dabei auch an mehrere Preisträger vergeben werden. Darüber hinaus sind weitere Sachpreise ausgelobt. Die feierliche Auszeichnung der Sieger findet im November statt.

„Julius Hirsch“ Quelle: DFB

Mit der Stiftung des Preises erinnert der Deutsche Fußball-Bund an einen seiner großen Nationalspieler und würdigt gleichzeitig die vielfältigen Verdienste jüdischer Mitglieder um die Entwicklung des Fußballs in Deutschland. Schon mit 18 Jahren gehörte der deutsche Jude Julius Hirsch zu den besten Stürmern des Landes, wurde mit dem Karlsruher FV Deutscher Meister und Nationalspieler. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er ab 1933 entrechtet, gedemütigt und verfolgt und schließlich 1943 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert: Er kehrte nicht zurück.

„Mit dem Julius-Hirsch-Preis will der DFB ein Zeichen für die Unverletzbarkeit der Würde des Menschen setzen, in den Stadien und der Gesellschaft“, so DFB-Präsident Theo Zwanziger. Die Aktivitäten und Initiativen zur Bewerbung am Julius-Hirsch-Preis müssen innerhalb des Fußballjahres (01.07.2008 bis 30.06.2009) stattgefunden haben und sollten ihr Wirkungsfeld in, um oder durch den Fußball haben. Die Bewerbungsfrist endet am 30.06.2009.

Erster Preisträger war im Jahr 2005 der FC Bayern München, der ein Freundschaftsspiel seiner U17-Mannschaft gegen eine israelisch-palästinensische Auswahl des „Peres Center for Peace“ vor 50.000 Schulkindern ausgerichtet hatte. In den folgenden zwei Jahren gab es jeweils zwei Preisträger. Die Gelsenkirchener Initiative „Dem Ball is’ egal, wer ihn tritt“ und das Fan-Projekt Dortmund e.V. erhielten 2006 gemeinsam den Preis, da sie sich im Rahmen der FIFA WM 2006 durch zahlreiche antirassistische Maßnahmen hervortaten und unter dem Motto „Kick racism out“ auch pädagogische Arbeit leisten. 2007 wurden der TuS Plettenberg und Eichenkreuz Nürnberg ausgezeichnet. Beide Preisträger hatten Fußballturniere und Ausstellungen organisiert, die im Zeichen einer intensiven Auseinandersetzung mit Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus standen und vor allem Kinder und Jugendliche sensibilisierten. Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis der Jury erhielt das Fanprojekt des Dresdner SC.

2008 gewann die Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“ aus Düren den Preis. Den zweiten Platz vergab die Jury an die in Leipzig beheimatete Faninitiative „Bunte Kurve“. Beide Initiativen wurden für ihr Engagement, sich nachhaltig gegen Diskriminierung und Rassismus einzusetzen, geehrt. Die Anti-Diskriminierungskampagne von Werder Bremen, in der neben dem Bremer Fanprojekt vor allem die Fan-AG Antidiskriminierung aktiv ist, wurde auf den dritten Platz gewählt.

Aufgrund der hohen Qualität der Bewerbungen erkannte die Jury den Preis im letzten Jahr erstmals in abgestufter Platzierung gleich drei Bewerbern zu. Dieses Verfahren ist auch künftig so vorgesehen.

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