Am Ball bleiben News 18.03.2009

[18.03.2009]
Fanprojektbroschüre „Unsre Kurve – Kein Platz für Rassismus“ im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus veröffentlicht

Zusammen mit dem Interkulturellen Rat engagieren sich die Deutsche Sportjugend mit dem Projekt "am Ball bleiben", die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) und zahlreiche Fußball-Fanprojekte bei den diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus, die seit dem 16. März bis zum 29. März 2009 stattfinden werden.

Mit weit mehr als 550 Veranstaltungen in über 200 Städten und Gemeinden zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die diesjährige Kampagne die bislang umfangreichste in der Geschichte der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ sein wird. Schulen, Sportvereine- und verbände, Betriebe und Gewerkschaften, Medien, Projekte und viele mehr sind dem Aufruf des Interkulturellen Rats –  gemeinsam mit „Gesicht Zeigen!“, „Aktion weltoffenes Deutschland“ und mehr als 40 weiteren Kooperationspartnern – gefolgt und führen Veranstaltungen durch.

Anlässlich der Aktionswochen veröffentlichen die genannten Kooperationspartner eine Broschüre unter dem Titel "Unsre Kurve - kein Platz für Rassismus",  die anhand konkreter Beispiele aus der Arbeit von insgesamt 16 Fanprojekten von Vereinen der Bundes- und Regionalligen zeigt, wie wichtig und erfolgreich das Engagement gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt innerhalb und außerhalb des Stadions ist. Die Broschüre kommt mit einer Auflage von 3.500 Stück. Vorgestellt wird darin unter anderem auch das Projekt „am Ball bleiben“.

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle der Fanprojekte, sagt zu der Broschüre: „Überall dort, wo Fanprojekte in der Vergangenheit kontinuierlich arbeiten konnten, sind belastbare Kommunikationsstrukturen zwischen Fans und Vereinen entstanden. Dadurch können die Fanprojekte vernetzt und effektiv die Herausforderungen bearbeiten, die Rassismus und Diskriminierung im Fußballsport an uns stellen.“ Gabriel verweist in diesem Zusammenhang auf die positive Entwicklung der jugendlichen Fankultur in Deutschland, gerade in Bezug auf ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und Rassismus innerhalb und außerhalb des Stadions.

Auch die Deutsche Sportjugend sieht es als Pflichtaufgabe an, nachhaltige Strategien und Maßnahmen zur Prävention zu entwickeln, um die weitere Verbreitung diskriminierender und menschenfeindlicher Einstellungen zu verhindern. „Auf Grund seines hohen gesellschaftlichen Stellenwertes bleibt auch der organisierte Sport nicht von rechtsextremen Erscheinungsformen verschont. Hier müssen wir den Sportvereinen den Rücken stärken und insbesondere die vorwiegend ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen im Umgang mit rechtsextremen Phänomenen unterstützen“, so Gerd Wagner vom Projekt „am Ball bleiben“.

Für den Fußball machte der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes, Helmut Spahn, deutlich, dass die Arbeit gegen Ausgrenzung von Minderheiten im DFB als Daueraufgabe betrachtet wird. Der Verband bekenne sich klar zu seiner sozialen und politischen Verantwortung. Wichtig sei auch, deutlich zu machen, dass die positiven Anstöße oft von den Fußballfans selbst kämen, was angesichts von Meldungen über Fehlverhalten häufig übersehen werde. Nicht zuletzt der Blick auf die vielen positiven Projekte und Ideen aus dem Alltag der Fanprojekte zeige, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Dies sei auch international festzustellen, so habe Frankreichs Star Lilian Thuram auf einer gemeinsamen Veranstaltung klar gesagt, dass der alltägliche Rassismus außerhalb der Stadien das größere Problem sei.

Der DFB bekenne sich klar zu seiner sozialen und politischen Verantwortung. Dazu gehöre auch der Kampf gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung. Nicht zuletzt der Blick auf die vielen positiven Projekte und Ideen aus dem Alltag der Fanprojekte zeige, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“.

Britta Graupner, die beim Interkulturellen Rat für die Internationalen Wochen gegen Rassismus zuständige Projektreferentin, wies darauf hin, dass der Sport innerhalb der zahlreichen gesellschaftlichen Felder, die sich im IKR zusammengefunden hätten, besondere Chancen biete. Er könne Grenzen überwinden und Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Kultur und Religion bauen. Sie begrüßte daher, dass der Deutsche Fußball Bund, die Deutsche Fußball Liga und die DFB-Kulturstiftung die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2009 wie schon in den vergangenen Jahren durch finanzielle Zuwendungen, Stadiondurchsagen, Berichte in Stadionzeitungen und viele andere Aktivitäten aktiv unterstützen: „Der DFB, die Fußballvereine und die Fußballfans sind mittlerweile aus dem Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung und für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.“

Die Broschüre ist  unter anderem auch beim Projekt „am Ball bleiben“ zu beziehen, oder kann hier direkt herunter geladen werden.

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