Am Ball bleiben News 16.02.2009

[16.02.2009]
DFB- Integrationspreis 2008 für Mädchenfußball-Projekte

Zum zweiten Mal wurde vergangene Woche der Integrationspreis des Deutschen Fußball-Bundes verliehen. Unter dem Motto „Fußball: viele Kulturen – eine Leidenschaft“ werden Projekte und Aktivitäten prämiert, die die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch Fußball vorbildlich fördern. Im Mittelpunkt stand diesmal die Förderung von Mädchen.


Quelle: DFB.de

Insgesamt 123 Bewerbungen gingen in diesem Jahr für den Integrationspreis ein, der in den drei Kategorien „Verein“, „Schule“ und „Sonderpreis“ vergeben wird. Die Preisverleihung fand durch Schirmherr Oliver Bierhoff, den Manager der Nationalmannschaft der Männer, fand vergangenen Dienstag am Vorabend des Länderspiels in Düsseldorf statt.

Integrationspotenzial an der Basis und an der Spitze

Für das Jahr 2008 wurden der Amateurverein TJ Dormagen, die Förderschule Munderkingen und die Straßenfußball-Initiative „köln kickt” prämiert. In diesem Jahr standen vor allem Leistungen zur Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund in den Fußballbereich im Mittelpunkt. Als Preis bekam jeder Gewinner einen Mercedes-Benz Vito. Die Fahrzeuge des Preissponsors sollen die Gewinner in Zukunft bei ihren Integrationsbemühungen unterstützen.


Quelle: DFB.de

Oliver Bierhoff betonte das Potenzial des Fußball zur Integration, dass nicht nur unten an der Basis, sondern auch in der Nationalmannschaft sichtbar würde: „Ich denke, der Fußball hat da auch eine besondere Kraft und besondere Möglichkeiten. Wir sehen das ja jetzt gerade auch bei uns schon in der Nationalmannschaft, dass es da einige Spieler gibt, die Migrantenhintergrund haben, und wie gut wir es schaffen, dort Menschen immer wieder zusammenzubringen. Und deswegen müssen wir die Kraft des Fußballs auch immer wieder dazu nutzen.“

Die Preisträger 2008

Mit seinem umfassenden und überaus erfolgreichen Engagement zur Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund überzeugte die TJ Dormagen die Wettbewerbsjury in der Kategorie Verein. Dem Amateur-Fußballverein „Türkische Jugend Dormagen“ ist es gelungen, in kürzester Zeit vier Mädchen- und eine Frauenmannschaft aufzubauen. „Wir haben 2007 mit sechs Mädchen angefangen. Ein paar Monate später waren es 40 und heute spielen bei uns 83 Mädchen Fußball“, sagte Gürkan Bora vom Vorstand der TJ Dormagen bei der Preisverleihung. Dabei hat sich die TJ Dormagen von einem türkischen zu einem multi-ethnischen Verein entwickelt. In den Mädchenmannschaften spielen Kinder und Jugendliche aus elf Nationen. Darüber hinaus unterstützt und berät der Verein die Spielerinnen in beruflichen und finanziellen Angelegenheiten.

Das Rennen in der Kategorie Schule machte die Förderschule Munderkingen in Baden-Württemberg, an der rund ein Viertel aller Schüler/innen einen Migrationshintergrund hat. Unter dem Motto „Fußball tut Schule gut“ hat die Grund- und Hauptschule ein Schulsportkonzept entwickelt und verfügt sowohl über eine gemischte Fußballmannschaft als auch über eine Mädchenmannschaft. Durch die enge Kooperation mit einem örtlichen Fußballverein und der Stadt werden die Schüler/innen aktiv in Vereine integriert. Die schuleigene Trommlergruppe hat zudem bei Turnieren ihre Auftritte.


Quelle: DFB.de

Den Sonderpreis gewann die RheinFlanke gGmbH in Köln. Als gemeinnütziger Träger des Straßenfußball-Projekts „köln kickt“ hat sie 2007 alle Stadtteil-Ligen zu einer Straßenfußball-Liga zusammengefasst und eine eigene Mädchen-Liga ins Leben gerufen. Darüber hinaus engagiert sie sich in Kooperation mit anderen Einrichtungen und Vereinen für mehr Toleranz und die Integration von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. So wird beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Verein „Achtung! Respekt! Hilfe, die bewegt“ und dem „Kölner Dozententeam“ eine Qualifizierungsmaßnahme zum „Respektteamer“ angeboten, bei der Jugendliche die Organisation der Liga-Spieltage erlernen und für ein tolerantes Miteinander und für Konfliktlösungen sensibilisiert werden.

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