Am Ball bleiben News 05.02.2009

[05.02.2009]
„100 Jahre – 100 Klassen“ startet am Montag in Dortmund

Das Fanprojekt Dortmund hat gemeinsam mit dem Jugendamt der Stadt Dortmund und dem BVB ein Projekt entwickelt, das 100 Dortmunder Schulklassen (ab Klasse 7) im Jubiläumsjahr 2009 dafür sensibilisieren soll, dem Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit und dem Antisemitismus keine zweite Chance zu geben.

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Mit einer Einführungs- bzw. Informationsveranstaltung für Lehrer und Schulvertreter startet das Projekt am Montag um 14 Uhr im BVB-Lernzentrum im Signal-Iduna-Park. In einer Unterrichtseinheit im BVB – Lernzentrum im Signal Iduna Park gibt es eine Bestandsaufnahme aktueller rechter und rassistischer Tendenzen im Fußballsport. Aber auch die berüchtigte „U–Bahn nach Auschwitz“ spielt eine wichtige Rolle. Die Schüler werden mit dem Schicksal des deutschen Fußball – Nationalspielers Julius Hirsch konfrontiert, dessen Leben nach Verlassen des besagten Sonderzuges 1944 in Auschwitz ausgelöscht wurde. Eingerahmt wird diese Unterrichtsreihe von einer Stadionführung und dem Besuch von des Dortmunder Borusseums.

Die deutliche Zunahme der Gewaltbereitschaft gerade bei den jüngeren Fans in den deutschen Fankurven hat die Mitarbeiter das Fanprojekts Dortmund zu diesem Projekt veranlasst. Auch rassistisches und rechtsradikales Gedankengut spielt in diesem Zusammenhang eine immer größere Rolle. So ist zum Beispiel der Begriff „Auschwitz“ heute immer noch und immer öfter bundesweit Bestandteil eines unerträglichen Gesanges, der vor allem im Umfeld von Fußballstadien in unschöner Regelmäßigkeit zu hören ist. Es ist das berüchtigte „U–Bahn Lied“, ein Schmäh-Gesang, in dem Anhängern des jeweils aktuell gegnerischen Vereins mit der Deportation nach Auschwitz zynisch gedroht wird. Zu viele und vor allem die ganz jungen Fans halten diese Art von Liedern und Texten für harmlose Scherze und erkennen die tatsächlichen Zusammenhänge nicht. Das darf nicht sein. 

Auch der DFB und die DFL positionieren sich mit verschiedenen Aktionen, darunter die Kampagne „Zeig dem Rassismus die rote Karte“ und setzen deutliche Zeichen. Das Fanprojekt Dortmund selbst hat an der Aktionswoche „Weißt du, was du trägst?“ teilgenommen und bemängelt mit dem neuen Projekt auch die im Fußball fehlenden Konzepte, die an den Ursachen von Rassismus und Gewalt ansetzen.

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