Am Ball bleiben News 12.12.2008

[12.12.2008]
Schwullesbische Fußballfans kämpfen gegen Homophobie im Fußball

Bereits am 15. Oktober wurde das Buch „Versteckspieler - Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban“ von Ronny Blaschke veröffentlicht. Blaschke beleuchtet in seinem Buch jedoch auch den Alltag von schwulen und lesbischen Fußballfans im Stadion.

Im Mittelpunkt stehen mit den Stuttgarter Junxx und den Hertha-Junxx auch zwei schwullesbische Fanclubs. Mit Diskriminierung im Stadion mussten sich jüngst die Berliner Junxx beim UEFA-Cup-Spiel der Hertha gegen Galatasaray Istanbul auseinandersetzen. Zunächst verhinderten die türkischen Anhänger, dass der Fanclub sein Banner mit der Aufschrift „Fußball ist alles – auch schwul“ in einem bestimmten Bereich des Blockes aufhängen konnte, unmittelbar nach dem Spiel riss dann ein Istanbul-Fan die Regenbogenfahne – Symbol der schwullesbischen Bewegung – des Fanclubs ab und verschwand mit ihr in der Menge.

Auch die Fanprojekte engagieren sich zunehmend im Kampf gegen Homophobie im Fußball. So hat beispielsweise das Fanprojekt Bremen in Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungs-AG der Werderfans vergangene Woche einen Diskussionsabend mit dem Titel „Football is coming homo“ veranstaltet, der homosexuellen Fußballfans und auch Spielern neue Handlungsmöglichkeiten gegen Homophobie und Wege zur Bewältigung des Alltags aufzeigen sollte.

Homosexualität im Fußball schlägt derzeit auch international große Wellen. So hat Paul Elliott, ehemaliger Spieler des FC Chelsea und Aston Villa, bei einer Podiumsdiskussion der FA „Football’s Final Taboo“ offenbart, dass er mindestens ein Dutzend homosexuelle Profifußballer kennt.

Radikal gegen Homophobie geht auch die Polizei von Portsmouth vor. Sol Campbell soll beim Spiel gegen Tottenham Hotspurs Ende September homophob und rassistisch beschimpft worden sein. Mit Bildern der vermeintlichen Tätern sucht die Polizei die Schuldigen, die dann mit einem lebenslangen Stadionverbot belegt werden sollen.

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