Am Ball bleiben News 15.10.2008

[15.10.2008]
Neuauflage der Broschüre „Investigate Thor Steinar“

Seit der Eröffnung eines Thor-Steinar-Ladens in einer Hamburger Geschäftspassage, deren Betreiber, die HSH Nordbank, auch Sponsor des HSV ist, hat die Diskussion um die bei Rechten beliebte Kleidermarke noch einmal stark an Aktualität gewonnen. Weitergehende Informationen rund um das Label bietet die neu aufgelegte Broschüre „Investigate Thor Steinar“.

Das Geschäft in der zentral gelegenen Hamburger Einkaufspassage wird nach heftigen Protesten und Demonstrationen Ende Oktober wieder geschlossen, der Vermieter, die HSH Bank, einigte sich nach eigenen Angaben mit dem Mieter Protex außergerichtlich über die vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses. Nach dieser Einigung wird Protex zwar keine Auszugsprämie erhalten, dennoch wird die Bank für die „entstandenen Kosten“ aufkommen. Die genaue Summe ist aufgrund einer Schweigeklausel nicht zu erfahren. Gegenüber der „Hamburger Morgenpost“ äußerte sich der Besitzer des umstrittenen Ladens Uwe Meusel dazu: „Wenn die Summe nicht angemessen gewesen wäre, hätte ich mich nicht darauf eingelassen.“ Damit endet der erste Versuch des Labels, in einer Stadt im Westen Deutschlands Fuß zu fassen. Ob erfolgreich oder nicht – darüber lässt sich wahrscheinlich streiten.

Information und Basis für Gegenkampagnen

Auch und gerade im Fußball bleibt die Modemarke und die Frage nach ihrem Verbot durch die Stadionordnungen ein heißes Thema. Die Ende August neu aufgelegte Broschüre „Investigate Thor Steinar“ liefert dazu auf 40 Seiten Hintergründe, Analysen, Deutungen und Kritik. Die Symbole, Namen und Logos werden erläutert, aber auch Strategien des Labels und Gegenstrategien. Die Vieldeutigkeit der Motive und Symbole führt zum einen dazu, dass die Marke sich in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Obwohl keine verbotenen Motive verwendet werden, ist dennoch klar, dass die Assoziationen mit nordisch-völkischer Mythologie, Kolonialismus sowie nationalsozialistischer Ideologie sehr stark rechtsextrem eingestellte Personen anspricht.

Die erste Auflage der Infobroschüre erschien im Mai diesen Jahres, die 5.000 Exemplare waren schnell vergriffen, so groß ist offenbar der Informationsbedarf bei Institutionen, Projekten und Einzelpersonen. Das motivierte das Projektteam „Investigate Thor Steinar“, sich schnell an eine Neuauflage zu machen, um einen umfassenden, belastbaren Informationshintergrund zu geben und so auch eine Basis für lokale und überregionale Kampagnen zu liefern. Neu in der 2. Auflage: Motive 2008, Zur Kritik der Kritik, Gender bei „Thor Steinar”, Infos über die Trittbrettfirma „Erik & Sons” sowie eine aktualisierte Chronik.

Weitere Infos zur Gruppe „Investigate Thor Steinar“ unter investigatethorsteinar.blogsport.de.
Kontakt: investigate-ts@emdash.org

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