Am Ball bleiben News 22.09.2008

[22.09.2008]
Veranstaltung in Berlin zu Antisemitismus und Rassismus im Fußball

„Wenn Fußball keinen Spaß mehr macht, sondern zur Bedrohung wird – Antisemitismus und Rassismus im Fußball“ so lautet der Titel der Podiumsveranstaltung, die am kommenden Donnerstag im großen Saal der Neuen Synagoge Berlin stattfindet. Es diskutieren TeilnehmerInnen aus Vereinen, Verbänden und Politik.

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Veranstaltet wird der Diskussionsabend von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in Zusammenarbeit mit  dem Berliner Fußballverband, TuS Makkabi, dem Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus JFDA und dem Centrum Judaicum. Die Einführung erfolgt durch den Vortrag von Gordian Meyer-Plath, der sich als Referatsleiter für „Politischen Extremismus“ beim brandenburgischen Verfassungsschutz mit dem Thema „Rechtsextremismus und Antisemitismus im Fußball“ beschäftigt.

Diese Problematik ist vielen Aktiven und Funktionären gerade der unteren Ligen aus dem Spielalltag nur zu vertraut. Auch wenn seit einigen Jahren vom DFB und auch den Landesverbänden verstärkt gegen Rassismus und Antisemitismus vorgegangen wird, Anfeindungen gehen nicht nur vom Publikum, sondern auch von Spielern aus. Auch der Berliner Klub TuS Makkabi ist ständig mit solchen Situationen konfrontiert. Tuvia Schlesinger, der Vorsitzende des TuS Makkabi, berichtet, dass es mittlerweile gesellschaftsfähig geworden sei, die Spieler des Klubs zu beleidigen. Es verginge kein Tag, an dem nicht einer der TuS Makkabi-Spieler antisemitisch beschimpft werde. Derzeit herrsche eine Stimmung gegen den Klub, die nahezu unerträglich sei.

In der Podiumsdiskussion wird es um eine Bestandsaufnahme und Analyse der Situation gehen, aber auch vorhandene und künftige Maßnahmen und Lösungsansätze gegen Rassismus und Antisemitismus im Fußball. Neben Gordian Meyer-Plath diskutieren die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, der Makkabi-Berlin-Vorsitzende Tuvia Schlesinger sowie Gerd Liesegang, Vizepräsident des Berliner Fußball-Verbandes. Die Moderation übernimmt Matthias Müller von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin (MBR).

Der Veranstaltungsort ist die Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum in der Oranienburger Straße 28–30, Beginn ist am 25. September um 18 Uhr.

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