Am Ball bleiben News 14.09.2008

[14.09.2008]
Antidiskriminierungsmaßnahmen im Berliner Amateurfußball

In einer Pressekonferenz stellte der Berliner Fußball-Verband am 11. September seine geplanten Fortbildungsangebote gegen Rechtsextremismus vor, die gemeinsam mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) durchgeführt werden und sich an verschiedenen Zielgruppen im Amateurfußball richten.

Es ist die erste derart umfassende Kooperation der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR), die unter der Trägerschaft des Vereins für Demokratische Kultur in Berlin – Initiative für urbane Demokratieentwicklung e. V. (VDK) steht, mit einem Partner im Fußballbereich. Die MBR begleitet und berät seit 2001 alle, die sich in Berlin gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagieren und dies auch in Zukunft tun möchten. Der Berliner Fußballverband BFV hat mit seinem Vizepräsidenten Gerd Liesegang schon mehrere Projekte zu diesen Themen angestoßen, so fand in Berlin erst kürzlich der 1. Präventionstag gegen Rassismus und Gewalt statt.

Hintergrund des Projekts ist das überarbeitete Regelwerk der BFV-Sportgerichtsbarkeit. Der § 8a „Diskriminierung und ähnliche Tatbestände“ schreibt die Sanktionierung von rassistischem und/oder menschenverachtendem Verhalten von Seiten der Spieler/innen, Trainer/innen und Zuschauer/innen etc. vor. Diese Sanktionierungen können sich von Geldstrafen über Spielsperren und Punktabzüge bis hin zu Spielklassenversetzungen erstrecken.

Sportgerichte und andere wichtige Akteure im Amateurfußball sind mit einer sicheren Anwendung dieses relativ neuen Paragraphen sehr gefordert. In Teilen herrscht Unklarheit darüber, welches Verhalten in welcher Form als rassistisch, antisemitisch oder rechtsextrem zu bezeichnen ist. Häufig fehlt auch ein Grundwissen über moderne Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und/oder rechtsextremen Lifestyle.

Hier setzt das Kooperationsprojekt in Berlin an, Dr. Esther Lehnert von der MBR skizziert die geplanten Bausteine der Kooperation, die zunächst auf ein Jahr angelegt ist und von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt finanziert wird.

„Es wird Fortbildungsangebote geben für drei unterschiedliche Zielgruppen: Übungsleiter/innen, Mitarbeiter/innen der Sportgerichte und Schiedsrichter/innen, in denen wir Grundwissen über moderne Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und rechtsextremen Lifestyle vermitteln und versuchen, mehr Handlungsunsicherheit im Erkennen und im Umgang mit rechtsextremen, rassistischen oder antisemitischen Verhalten zu geben. Neben den Fortbildungseinheiten wird es Spielbeobachtungen durch die Mitarbeiter/innen des MBR geben und Veranstaltungen mit und für von Diskriminierung betroffenen Vereinen. Nach Ablauf des Jahres ist ein abschließende Werkstattkonferenz, zur Ergebnissicherung und als praktische Hilfestellung für die Berliner Vereine sollen die Ergebnisse in einer Broschüre aufbereitet werden, um die für Berlin erfolgreichen Strategien auch anderen Bundesländern und Verbänden zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen zu den Partnern des Kooperationsprojekts zu Antidiskriminierungsmaßnahmen im Berliner Amateurfußball finden Sie unter folgenden Links:

Berliner Fußball-Verband: www.berliner-fussball.de
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus und Verein für Demokratische Kultur: www.vdk-berlin.de

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