Am Ball bleiben News 08.05.2008

[08.05.2008]
Das „Netz gegen Nazis“ ist gestartet

Die Wochenzeitung Die Zeit hat gemeinsam mit der Deutschen Fußball-Liga GmbH, dem Deutschen Fußball-Bund, dem Deutschen Olympischen Sportbund, dem Deutschen Feuerwehrverband und dem ZDF die Aktion „Netz gegen Nazis“ ins Leben gerufen.

Das „Netz gegen Nazis“ will aufklären und sensibilisieren: Darüber, wie sich echtsextremistische Tendenzen in unseren Alltag einschleichen – und wie man sie wirkungsvoll bekämpfen kann. Als Partner im Netz stehen der Aktion  amballbleiben.org und die VZ-Gruppe (schuelerVZ, studiVZ, meinVZ) zur Seite.

Der DFB begründet die Mitarbeit bei der Aktion folgendermaßen: „Fußball ist ein Sport, bei dem sich Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich begegnen sollen – dennoch wird auch der Sport immer wieder Schauplatz von rechtsextremistischen Äußerungen und Vorfällen.“

Rassistische Sprüche, zweifelhafte Fan-Gesänge oder Beschimpfungen von Fußball-Fans wegen ihrer Hautfarbe sind keine Seltenheit in deutschen Fußballstadien. Das „Netz gegen Nazis“ will dabei helfen, die Frage zu klären, ob man einschreiten soll, wenn man derlei Vorfälle selbst erlebt. Außerdem sind alle Fußball-Fans dazu aufgerufen, sich an der Diskussion zu beteiligen und per Handyvideo ihre Stimme gegen Rechtsextremismus abzugeben. Ihre Stimme gegen Rechtsextremismus haben bereits Michael Ballack, Per Mertesacker, Philipp Lahm und Christoph Metzelder abgegeben, die hinter der Aktion stehen. Auch Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der bereits aktiv auf der Webseite www.stoerungsmelder.org gegen Rechtsextremismus bloggt.

Auch Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff beteiligen sich an der Aktion. Rauball erklärte dazu: „Die Bundesliga ist weltoffen und tolerant und dokumentiert allein in dieser Saison mit Profis aus 72 verschiedenen Ländern ihre Vielfalt. Das Miteinander der Kulturen ist in hohem Maße von Respekt geprägt. Rassistischen oder antisemitischen Äußerungen in den Stadien lassen wir keinen Platz. Wir unterstützen daher gerne die Aktion „Netz gegen Nazis“, um uns konsequent und aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit einzusetzen.“

Doch nicht nur im Fußball sind Rechtsextremismus und Rassismus immer noch ein Problem. Das „Netz gegen Nazis“ hat sich vor allem zur Aufgabe gemacht, Betroffenen Rat zu geben und alle wichtigen Fragen zum Thema Rechtsextremismus zu erörtern und zu beantworten. Dazu gehört ein enzyklopädisch angelegter Wissen-Teil, ergänzt durch aktuelle Berichte und Reportagen zum Thema. Im Handeln-Teil finden Menschen, die in ihrem persönlichen Umfeld mit Rechtsextremismus in Berührung kommen, Antworten auf die wichtigsten

Fragen. In zahlreichen Foren können sich Betroffene, Interessierte und Aktive über ihre Erfahrungen austauschen. Netz-gegen-Nazis.de enthält zudem eine Online-Bibliothek der relevanten deutschsprachigen Werke zu Rechtsextremismus und Nationalsozialismus. Außerdem weist das Portal den Weg zu wichtigen Initiativen, Beratungs- und

Selbsthilfeorganisationen. Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Zeit, erklärt die Aktion so: „In Deutschland gibt es zum Glück schon viele gute Initiativen gegen Rechtsextremismus. Unsere Idee geht ein übergreifendes Projekt an: Wir wollen ein bundesweites Forum schaffen, auf dem Betroffene einander Rat geben können, was zu tun ist, wenn rechtsextremistisches Gedankengut in ihren Alltag eindringt."

Der Deutsche Olympische Sportbund wird im Juli in einer großen Themenwoche die Einführung einer neuen Homepage zum Thema Rechtsextremismus begleiten. DOSB-Präsident Thomas Bach sowie DOSB-Generaldirektor Michael Vesper und weitere DOSB-Vertreter bekennen sich ebenso wie Sportler in Videoclips zu der Aktion. Die

Deutsche Sportjugend (dsj) hat www.sport-jugend-agiert.de entwickelt. Nutzerinnen und Nutzer können auf der Seite Videoclips zu Themen wie Anti-Rassismus und Diskriminierung ansehen und sich durch einen interaktiven Videoplayer selbst einbringen. Nutzer können sich auf der Plattform austauschen und Informationen erhalten, die Multiplikatoren in den Sportvereinen und -verbänden unterstützen, die mit dem Thema Rechtsextremismus konfrontiert werden.

Der Deutsche Feuerwehrverband begleitet im Juni mit der Deutschen Jugendfeuerwehr die Aktion "Netz gegen Nazis" im Rahmen des Jugendpolitikfestivals Berlin08.

Als TV-Partner wird das ZDF in verschiedenen Sendeformaten verstärkt über Rechtsextremismus und das Projekt berichten. Außerdem wird in der ZDFmediathek ein eigener Schwerpunkt eingerichtet, in dem aktuelle und hintergründige Beiträge und Dokumentationen zum Thema gebündelt werden. Der Online-Partner, die VZ-Gruppe, startet Ende Mai eine große Aktionswoche mit dem Titel "Netz frei von Nazis".

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