Am Ball bleiben News 10.04.2008

[10.04.2008]
Tagung zu Migration im europäischen Fußball in Wien

Ebenso wie das Fußballspiel selbst von England in die Welt wanderte, gehört auch die Migration von Spielern und die Teilnahme von migrantischen Communities am Amateur- und Profisport von Beginn an zur Geschichte des europäischen Fußballs.

Der Flyer

Die Tagung „Migration im europäischen Fußball: Transnationale Netzwerke - Nationale Identitätspolitik“, die am 11. und 12. April in Wien stattfindet, setzt sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema der Migration im Fußball auseinander. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte Österreichs, wo der Fußball von Anfang an ein „Migrantensport“ war. Zwischen den Weltkriegen lebte der „Donaufußball“ im Schmelztiegel Wien von der Beteiligung der tschechischen Minderheit, zu der auch Matthias Sindelar gehörte, oder von Spielern aus den Nachbarländern wie den Ungarn Béla Guttmann, Alfréd Schaffer oder den Brüdern Jenö und Kalman Konrad. Ohne den Beitrag von „Fußballmigranten“ wären die großen Erfolge des österreichischen Fußballs kaum möglich gewesen.

Buchtitel: Legionäre am BallMit der „Migration im österreichischen Fußball nach 1945“ beschäftigte sich das Forschungsprojekt der Konfliktforscherin Barbara Liegl und des Sportsoziologen Georg Spitaler, die die Tagung mitorganisieren und hier ihre Ergebnisse präsentieren. In Buchform erscheint ihre sozialwissenschaftliche, historische und biografische Aufarbeitung der Migrationsgeschichte von Fußball-Österreich Ende April unter dem Titel „Legionäre am Ball“.

Von Diskriminierung zu Vielfalt

In den Vorträgen der Tagung werden Erkenntnisse der Migrations- und Antidiskriminierungsforschung, der Cultural Studies und Politikwissenschaft mit Fußballgeschichte, Studien zum europäischen Fußballarbeitsmarkt sowie Untersuchungen über (Anti-)Rassismus im Fußball in Beziehung gesetzt und mit Akteuren aus dem Fußball diskutiert. So reicht das Spektrum von Überblicksvorträgen über Migration im gesamteuropäischen Fußball über Diskussionsrunden mit einem Spielervermittler bis zur Frage, wie eine offene und vielfältige Fußballkultur denn aussehen könnte.

Von Fankultur und Fußballmigration in Deutschland berichtet dabei Gerd Dembowski, der für den Verein Flutlicht e.V. die Ausstellung „Ballarbeit Szenen aus Fußball und Migration“ (www.flutlicht.org) konzipiert hat und sich seit vielen Jahren gegen Rassismus und Diskriminierung engagiert. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Tagung liegt dabei auf den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, die eine lange Geschichte fußballerischer Migration mit Österreich teilen.

Die Tagung findet am 11. und 12. April 2008 im Juridicum, Universität Wien, Schottenbastei 10–16, statt, Vorträge und Diskussionen werden auf Deutsch und Englisch (mit Übersetzung) gehalten. Das genaue Programm finden Sie hier.

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