Am Ball bleiben News 05.03.2008

[05.03.2008]
Handlungsempfehlungen des LSB Thüringen gegen Rechtsextremismus

Der Landessportbund Thüringen bezieht Stellung gegen Rechts und versendet eine Broschüre mit konkreten Handlungsempfehlungen für den Umgang mit rechtsextremistischem Gedankengut an seine Vereine und Verbände.

„Rechtsextremismus im Sport – Nicht mit uns“ lautet der Titel der 28-seitigen Broschüre, die Informationen und Handlungsempfehlungen für verschiedene Bereiche der Verbands- und Vereinstätigkeit liefert, um rechtextremistischen Unterwanderungen zu begegnen. Das Heft wurde gemeinsam mit dem Bildungswerk des LSB, dem Thüringer Fußballverband, dem Thüringer Verfassungsschutz, der Landesstelle Gewaltprävention sowie der Beratungsstelle MOBIT www.mobit.org erarbeitet.

Vereins- und Verbandsmitglieder, die sich mit der Problematik Rechtsextremismus auseinandersetzen wollen oder müssen, erhalten konkrete Hilfestellungen, was beispielsweise die Formulierung von Satzungen angeht oder Maßnahmen, um die Vermietung bzw. Überlassung von Vereinsräumen an rechte Parteien zu verhindern. Mustersatzungen oder Vertragsklauseln werden im Anhang der Broschüre aufgeführt.

Ähnlich niedrigschwellig und konkret sind die Tipps für die Durchführung von Veranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus gehalten. Um im Fall einer Störung durch Rechtsextreme reagieren zu können, heißt es zum Beispiel: „Sorgen Sie dafür, dass das Hausrecht durchgesetzt werden kann. Das heißt, dass der Inhaber des Hausrechts anwesend ist.“ Teilnehmern oder Besuchern der Veranstaltung, die sich möglicherweise bedroht fühlen könnten (Referenten, Migranten, Journalisten), sollten nach Hause begleitet werden. Einfache Hinweise, die aber auch zeigen, wie ernst das Problem ist – und wie ernst es genommen werden muss.

Neben den konkreten Handlungsempfehlungen enthält die Broschüre auch bebilderte Informationen über die Codes und Symbole der rechten Szene sowie eine Erklärung des Hauptausschusses des LSB Thüringen zu „Extremismus und Gewalt“. Die Broschüre, die sich als deutlicher Aufruf versteht, demokratische Grundsätze auf dem Spielfeld, auf den Zuschauerrängen und in Sporthallen zu vertreten, ist nur ein Teil des Engagements des LSB. Fortbildungsveranstaltungen für Funktionäre, Trainer und Übungsleiter und die Arbeit in (bildungs-)politischen Netzwerken sollen weiter dazu beitragen, rechtsextremistische Meinungsbildung und -ausprägung zu verhindern.

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