Am Ball bleiben News 28.02.2008

[28.02.2008]
Vielfalt tut gut! – Fachtagung am 8. März in Münster

Unter der Federführung des SC Preußen 06 e.V. Münster findet am 8. März in Münster eine Fachtagung „Prävention in Sportvereinen gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus“ statt. Gerd Wagner vom Projekt „Am Ball bleiben“ wird einen Workshop leiten.

„Vielfalt tut gut“ – Der Name der Kampagne, die die Bundesregierung gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus schon im Januar 2007 ins Leben gerufen hat, ist Programm.

Neu ist, dass sich seit diesem Jahr auch der SC Preußen Münster für dieses Projekt engagiert und die lokale Umsetzung der Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf den Weg bringen will. An dem Programm, das vom Bund finanziert wird, beteiligen sich auch Fangruppen des SCP („Feldprojekt“), die Polizei und das Amt für Kinder und Jugendliche.

„Wir möchten gemeinsam mit den Akteuren aus dem Sport und der Jugendarbeit die Themen Integration, Toleranz, Teamgeist und demokratisches Miteinander angehen“, erklärt der Projektverantwortliche und zugleich Team-Manager des SC Preußen Carsten Gockel, der durch das Engagement des SCP vor allem auch andere Vereine „mit ins Boot holen“ will. „Wir haben 140 Münsteraner Vereine angeschrieben und aufgefordert, an der Aktion teilzunehmen. Für den Erfolg ist es wichtig, dass soziale Netzwerke zwischen den Vereinen geknüpft würden“, so Gockel.

Eine Fachtagung, an der alle Sportvereine und Jugendhilfeträger beteiligt sind, wird am 8. März den Auftakt für die Kampagne „Vielfalt tut gut“ in Münster bilden. Dort sollen in Workshops präventive Lösungsstrategien erarbeitet werden, die dann in den Vereinen im alltäglichen Umgang mit Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden sollen. Dazu gehören die Integration ausländischer Mitbürger, Persönlichkeitsbildung oder gesellschaftliche Verantwortung. In einer Abschlussveranstaltung werden im Sommer die Ergebnisse präsentiert und die zukünftige Zusammenarbeit geplant. „Das Projekt läuft ein halbes Jahr, aber wir hoffen, dass sich auch darüber hinaus Möglichkeiten ergeben, sich bei diesen Themen zusammenzuschließen“, so Gockel.

SCP-Team-Manager Carsten Gockel, Reinhard Zumdick (Polizei), Tilmann Fuchs (Stadt Münster), Holger Wissing und Manuel Suttrup (Fanbeauftragte des SCP) stellten das Projekt „Vielfalt tut gut“ gemeinsam vor.

Foto: Jürgen Peoperhowe

Mitbeteiligt an der Fachtagung ist das Projekt „Am Ball bleiben“, das einen der fünf geplanten Workshops leitet. Unter dem Titel „Rassismus im Fußball – was können Vereine dagegen tun?“ soll es in erster Linie darum gehen, eigene Erfahrungen im Umgang mit rassistischen Vorfällen zu diskutieren, und mögliche Gegenstrategien und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. „Im Profifußball gibt es vielschichtige Maßnahmen gegen Rassismus und Diskriminierung oder Gewalt auf den Rängen. Doch insbesondere in den unteren Ligen fühlen sich Vereinsaktivisten, egal ob Jugendleiter/innen, Übungsleiter/innen oder Vorstandsmitglieder, die ehrenamtlich und ohne größere Unterstützung das Vereinsleben aufrecht erhalten, mit dieser Problematik oftmals alleine gelassen“, so Gerd Wagner vom Projekt „Am Ball bleiben“.

Gerade die Themen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind im Fußball besonders virulent. Gockel vermutet unter den SCP-Fans zwar nur wenige mit einer solchen Gesinnung, weiß aber um die Wichtigkeit der Prävention und die Verantwortung, die der SC Preußen trägt. „Wir wollen auf Vereinsebene, aber vor allem auch innerhalb der einzelnen Teams auf diese Probleme aufmerksam machen“, erklärt Gockel die Vorbildfunktion, die schon in der Jugend beginnen soll und fügt hinzu: „Unser Ziel ist es, Wege zu finden, solche Themen zu besprechen, und aufzuzeigen, dass im Sport ein Gegeneinander auch immer ein Miteinander bedeutet.“

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