Am Ball bleiben News 15.02.2008

[15.02.2008]
Antirassismusparagraph in der Hausordnung der „Löwen“

Mit einer Erweiterung der Hausordnung der Münchner Arena beziehen die „Löwenfans gegen Rechts“ vom  Zweitligist TSV 1860 München Stellung gegen Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und jedwede Art der Diskriminierung.

So wird Besuchern, die etwa durch eindeutige Tätowierungen oder Aufdrucke auf Kleidung der Eintritt in das Fußballstadion bei Spielen der „Löwen“ verwehrt. In einem Flyer () macht der Verein auf die in der Bundesrepublik Deutschland verbotenen Symbole aufmerksam und stellt selbst eine Auswahl der in Stadion verbotenen Symbole zusammen. Dazu gehören unter anderem die Reichskriegsflagge und der Zahlencode  88 (die Zahl 88 steht für die Buchstaben im Alphabet HH und ist die Abkürzung für Heil Hitler).

Die Stadionbesucher werden aufgefordert, Personen, die nicht zugelassene Symbole im Stadion tragen, deutlich zu machen, dass sie unerwünscht sind und den Ordnungsdienst zu rufen, der dann dafür Sorge trägt, dass betreffende Personen das Stadion verlassen.

Zudem hat der TSV 1860 München die Kleidungsmarken Consdaple, Ultima Thule, Thor Steinar, Masterrace, Landser und H8wear als verboten erklärt. So wird in dem Flyer erklärt: „Die Zielgruppe dieser Kleidungsstücke ist nach unserer und anerkannter Ansicht sehr oft im rechtsextremen oder fremdenfeindlichen Bereich anzusiedeln. Die oben genannten Kleidungsmarken sind beispielhaft und nicht abschließend.“

Ziel der Aktion soll sein, dass nicht nur diese Kleidung aus der Arena verschwindet, sondern dass Personen, die diese Kleidung tragen, nicht mehr die Möglichkeit bekommen, ihre fremdenfeindliche und antisemitische Einstellung zur Schau zu stellen.

Größten Anteil an der Veröffentlichung des Flyers und dem neuen Antirassismusparagraphen hat dabei die Aktion „Löwenfans gegen Rechts“. In Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt München haben die Löwenfans gegen Rechts, die sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass, Gewalt und Propaganda im Stadion engagieren, mehrere Monate lang diesen Paragraphen erarbeitet und dann dem Verein vorgelegt: „Dieser Paragraph steht bei uns seit vielen Jahren ganz oben auf der Liste. Doch erst seit wir ein neues Präsidium haben, wurde uns die Arbeit erleichtert“, erklärt Ulla Hoppen von den Löwenfans gegen Rechts. „Wir sind endlich auf offene Ohren gestoßen“, ergänzt Günter Krause vom Fanprojekt München. Und Hoppen fügt an,  dass „der Verein immer wusste, dass wir in der Kurve Arbeit gegen Rassismus machen, es war dem TSV nur nie wichtig genug. Aber mit diesem neuen Paragraphen sind wir überglücklich.“ 

Das Projekt plant nun in Zusammenarbeit mit dem Verein eine Buchveröffentlichung für das Jahr 2009. In diesem soll die Geschichte des TSV 1860 München in der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet werden.

Weitere Informationen unter www.loewen-fans-gegen-rechts.com und www.tsv1860.de und auf unserer Homepage

Copyright © 2007 amballbleiben.orgImpressum