Am Ball bleiben News 22.01.2008

[22.01.2008]
Bloggen gegen rechts: Thomas Hitzlsperger bei stoerungsmelder.org

Das Engagement bekannter deutscher Fußballprofis gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist noch immer überschaubar und oft an publicityträchtige Kampagnen gebunden. Wie es auch gehen kann, zeigt das Beispiel von Thomas Hitzlsperger, der bei stoerungsmelder.org gegen rechts bloggt.

Thomas Hitzlsperger. Quelle: stoerungsmelder
.org

Im November vergangenen Jahres wurde das Projekt „Störungsmelder“ aus der Taufe gehoben. Das Blog unter dem Motto „Wir müssen reden. Über Nazis.“ ist eine Gemeinschaftsaktion verschiedener Medien und Initiativen, u. a. Gesicht Zeigen!, Jetzt.de, 11Freunde oder spiesser.de, und will eine gemeinsame Kommunikationsplattform von Fachleuten und Prominenten, aber auch „ganz normalen“ UserInnen sein.

Zu den Prominenten, die auf stoerungsmelder.org bloggen, gehört auch Fußballprofi Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart. In seinen bisherigen Beiträgen berichtet Hitzlsperger zum Beispiel über die alltäglichen Diskriminierungen, die die in Afrika geborene Frau eines befreundeten Spielers erfuhr, aber auch über Rassismus auf dem Platz und von den Rängen. Hitzlsperger, gefürchtet für harte Schüsse aus der zweiten Reihe, macht im Blog klare Ansagen: Er habe erlebt, „wie Mitspieler aufgrund ihrer Hautfarbe beschimpft wurden, und die Aggressivität hat sich unterschieden von den üblichen Beschimpfungen, denen man im Fußballstadion ausgesetzt ist.“

Der Informations- und Erfahrungsaustausch auf stoerungsmelder.org soll – so die Macher – dazu führen, dass nicht nur „lebensnah diskutiert“ wird, sondern gemeinsam auch Gegenstrategien zur rechtsextremen Propaganda entwickelt werden. Die Zielgruppe des Blogs sind dabei vor allem Jugendliche. Wie nötig das ist, zeigt ein Dossier des Journalisten und stoerungsmelder-Autoren Patrick Gensing, das sich mit der Jugendoffensive der NPD beschäftigt und ebenfalls auf den Seiten des Blog als pdf heruntergeladen werden kann.

Copyright © 2007 amballbleiben.orgImpressum