Am Ball bleiben News 17.01.2008

[17.01.2008]
25.-27. Januar: BAFF tagt in Frankfurt

Vom 25.-27. Januar richtet das Bündnis Aktiver Fußball-Fans (BAFF) in Frankfurt/Main einen Fankongress aus. Der seit 1993 bestehende vereinsübergreifende Zusammenschluss von über 200 Einzelmitgliedern und vielen Faninstitutionen wie Fanclubs und Projekten in den deutschsprachigen Ländern will dabei zu verschiedenen Schwerpunkten Lösungen und Ansätze erarbeiten.

Im Mittelpunkt des Kongresses stehen mehrere AGs, die sich mit Themen wie „Zwischen Repression und Hooliganismus? Gewaltfaszination oder antifaschistischer Widerstand – wo stehen wir?“, „BAFF nach Leipzig – wie geht es weiter?“, F_in (F_in ist ein internationaler Zusammenschluss von Fanprojekt-Mitarbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen und weiblichen Fans. Gegründet wurde das Netzwerk im Jahr 2004 im Rahmen der von der deutschen Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS) veranstalteten Tagung „Abseitsfalle?!“) und BAFF-Abstimmungen“ und „BAFF-Flyer, die dritte oder vierte oder fünfte...“ auseinandersetzen. Der am 25. Januar startende Fan-Kongress von BAFF beginnt mit einem Besuch des Jüdischen Museums und einem Referat über die jüdische Fußballgeschichte Frankfurts.

BAFF – in dem über 200 Einzelmitglieder und viele Faninstitutionen wie Fanclubs und Projekte in den deutschsprachigen Ländern integriert sind, hat als elementares Ziel den Erhalt der historisch gewachsenen Fankultur als Stadion-Live-Ereignis ausgegeben. Seit seiner Gründung versucht BAFF, die zuständigen Institutionen, Vereine und Fankurven für das Problem von Rassismus, Diskriminierung und (rechter) Gewalt in und um die Fußballstadien zu sensibilisieren. Zudem engagieren sich die Mitglieder gegen Repression, Kommerzialisierung und Homophobie. Zweimal im Jahr veranstaltet das Bündnis zu diesem Zweck ein bundesweites Treffen, an dem mehrere hundert Fans teilnehmen und aktuelle Themen behandelt werden. BAFF erstellte zudem einen Neun-Punkte-Plan gegen Rassismus und übermittelte diesen als Vorlage an alle Vereine. Zudem entwarf das Bündnis auch einen Muster-Antirassismusparagrafen für die Stadionordnung und einen Forderungskatalog gegen Homophobie im Fußball. Zu den Aktivitäten von BAFF gehört außerdem die Wanderausstellung „Tatort Stadion – Rassismus und Diskriminierung im Fußball“, die seit 2001 besteht und im Rahmen von FARE (Football against Racism in Europe) und mit Förderung der EU ins Leben gerufen wurde. Zu dieser Ausstellung gibt es mittlerweile auch ein Buch. Im Jahr 2002 wurde BAFF vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt mit dem Preis „Botschafter der Toleranz“ ausgezeichnet.

BAFF arbeitet vor allem über Fanzines, Webseiten, Fanläden- und initiativen, Projekte und Aktionen. Die vernetzten Mitglieder von BAFF sind zudem auch Teil europäischen Netzwerks FARE.

Nach einigen Wechseln auf institutioneller und personeller Ebene des DFB arbeitet BAFF inzwischen auch mit diesem zusammen. BAFF will dabei weiterhin als Fanvertretung gesehen werden, die unabhängig von Vereinen und Verbänden arbeitet. „Jahrelang wurden wir ein bisschen als Nestbeschmutzer und Krawallmacher angesehen. Jetzt sind wir für DFB und UEFA kritischer Gesprächspartner“, erklärt BAFF-Sprecher Martin Endemann. So werden die Vertreter des Bündnisses inzwischen zu Treffen mit DFB-, und UEFA-Funktionären eingeladen. „Wichtig ist dabei, herauszuarbeiten, inwieweit wir in die Fanarbeit eingebunden und unsere Vorstellungen der Zusammenarbeit eingebracht werden können“, ergänzt Endemann.

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