Am Ball bleiben News 02.11.2007

[02.11.2007]
FARE-Aktionswoche im europäischen Fußball

Offiziell ist die diesjährige FARE-Aktionswoche am 30. Oktober zu Ende gegangen – in 37 europäischen Ländern setzten rund 2.000 Vereine, Initiativen und Fangruppen ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Wir geben einen kleinen Einblick in die vielfältigen Aktionen von Spanien bis Zypern.

Choreographie von Nordpol Innsbruck beim Spiel gegen Austria Wien

In den Gastgeberländern der Europameisterschaft 2008, Österreich und die Schweiz, beteiligten die Profiligen mit Roten Karten gegen Rassismus von Spielern und Schiedsrichtern, Transparenten und der Verlesung von Statements an der FARE-Aktionswoche. Die Schweizer Super League war in diesem Jahr zum ersten Mal dabei, während das Engagement der Schweizer Fans von den Young Boys Bern schon Tradition hat. Die Initiative „Gemeinsam gegen Rassismus/HalbZeit“ www.halbzeit.ch organisiert zum Heimspiel gegen den FC Zürich am 11. November Transparente mit den Schriftzügen „Gemeinsam gegen Rassismus“ und „Gemeinsam gegen Sexismus“, produziert T-Shirts, einen Spot mit YB-Spielern gegen Rassismus und eine Choreo im Fanblock. Ähnlich aktiv sind die Fans im anderen Gastgeberland, zum Beispiel der Fanklub Nordpol Innsbruck www.np03.com, der beim Spiel gegen die Austria aus Wien am 28. Oktober eine Antirassismus-Choreo präsentierte und ein T-Shirt produzierte, dessen Gewinn zu 100 % dem Verein für Obdachlose, mit den Einrichtungen der Teestube, der Sozialwäscherei, der Kleiderausgabe usw. in Innsbruck zugute kommt.

Choreographie gegen Homophobie und Rassismus, Cádiz

Großes Engagement aus der Fanszene kann in diesem Jahr auch der spanische Fußball vorweisen: Ultras und Antirassismusinitiativen in Murcia, Cádiz, Teneriffa, Barcelona, Sevilla A Coruña) präsentierten Banner und Transparente, luden Flüchtlinge und Migrantengruppen zu den Spielen ein und veröffentlichten Texte in ihren Fanzines. Besonders im Fokus stand in diesem Jahr das Thema Homophobie: Die antirassistische Jugendorganisation CEPA-Andalucía produzierte gemeinsam mit den Ultras „Brigadas Amarillas“, dem Cádiz CF und anderen Gruppen Aufkleber, Poster und Banner, und auch in Jaen und Barcelona gab es Veranstaltungen gegen Homophobie im Fußball. Die Primera Division dagegen beteiligte sich nicht offiziell an der FARE-Aktionswoche, wohingegen die UEFA sowohl in den Euro-Qualifikationsspielen als auch in der Champions League Zeichen setzte.

Auch in der Fanszene Osteuropas gibt es Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung, zum Beispiel beim Verein FC Slovan Liberevc. Das „Fan-Projekt Liberec“ gab gemeinsam mit dem Fanklub Supras ein Antirassismus-Fanzine, Flyer und Poster heraus und präsentierte Banner und Transparente. Beim Auswärtsspiel gegen FK Mlada Boleslav am 21. Oktober gab es außerdem eine Choreographie zum Thema „Frauen und Mädchen im Fußball“ und besondere Unterstützung des Frauen-Teams von Slovan Liberec. Großes Engagement findet sich auch in einem der kleinsten europäischen Staaten: Die Frauen des zypriotischen Vereins Akdeniz Spor Birligi www.akdenizsporbirligi.org veranstalteten vor einem regulären Ligaspiel gemeinsam mit einem anderen Frauenfußballteam ein besonderes Match, wo ein Banner präsentiert und ein Statement verlesen wurde, um so ein klares Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung zu setzen.

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