Am Ball bleiben News 23.10.2007

[23.10.2007]
FARE-Aktionswoche im deutschen Fußball

Die diesjährige Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung des Netzwerks FARE, Football against Racism in Europe, startete mit symbolischen Botschaften bei den Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft am 17. Oktober. Nachhaltiger und wirksamer als die Kampagnen auf internationaler Bühne sind aber oft kleinere, lokale Aktivitäten. Und davon gibt es dieses Jahr rund 2000 in 37 europäischen Ländern – auch in Deutschland.

Fans des HSV zeigen ein großes Banner während der FARE Aktionwoche.

Ein Blick auf die verschiedenen Projekte, die von FARE (www.amballbleiben.org/html/international/fare) mit bis zu 400 Euro unterstützt werden, zeigt, dass gar kein großer Klub oder Verband nötig ist, um gegen Rassismus und Diskriminierung in Aktion zu treten. Und Spaß machen kann es auch noch: Der Supporters Club Düsseldorf etwa veranstaltete am vergangenen Wochenende eine Party mit Kurvenvideos und Infostand. Einige Tage später wird der iranische Film „Offside“ von Jafar Panahi gezeigt, der sich mit viel Witz mit der schwierigen Situation weiblicher Fußballfans im Iran beschäftigt. Zum Heimspiel der Fortuna gegen Kickers Emden lädt der Supporters Club dann 20 Flüchtlinge zum gemeinsamen Stadionbesuch und Grillabend.

Aktionen in allen Ligen

Auch an der Sporthochschule Köln beteiligt man sich an der FARE-Aktionswoche mit Podiumsdiskussion, Filmabend und Texten in der Hochschulzeitung. T-Shirts, Flyer, Aufkleber oder Choreographien gegen Rassismus und Diskriminierung werden in verschiedenen Stadien der Republik geboten, vom Dresdner SC in der Bezirksklasse über Regionalligist Babelsberg 09 bis zu Bundesligist MSV Duisburg. Dabei sind es meist Fangruppen und -klubs oder die Fan-Projekte, die die Initiativen tragen. Das Fan-Projekt Dresden produziert den Sampler „Rassismus ist kein Fangesang“, der Fanladen St. Pauli macht beim Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden mit Aufklebern, Flyern und Stadiondurchsagen auf das Thema Homophobie im Fußball aufmerksam.

Auch die DFL und der Ligaverband beteiligen sich an der FARE-Aktionswoche. Wie im vergangenen Jahr werden in Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungsprojekt „dem ball is´ egal, wer ihn tritt!“ an die Spieler und Schiedsrichter sowie die Zuschauer der Profiligen insgesamt knapp 650.000 rote Karten mit der Aufschrift „Zeig´ Rassismus die Rote Karte!“ verteilt.

„Schalker gegen Nazigesänge“

Mit einem breiten Bündnis treten der FC Schalke 04 und seine Anhänger im Rahmen der Aktionswoche gegen einen immer noch weit verbreiteten Fangesang ein. Gegen das antisemitische „U-Bahn-Lied“ (www.amballbleiben.org/html/themenfelder/antisemitismus) setzen die Blau-Weißen die Aktion „Unsere U-Bahn fährt zum Stadion – Schalker gegen Nazigesänge“. Viele Fußballfans werden die Erfahrung gemacht haben, dass dieses Gegröhle gerade auf dem Weg zum Stadion, in Straßen- und U-Bahnen angestimmt wird, meist zum Missfallen vieler Unbeteiligter, aber zu oft, ohne dass protestiert wird. In der Straßenbahnlinie 302 der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnbetriebe (Bogestra) werden zum Heimspiel am kommenden Samstag gegen Werder Bremen erstmals Deckenflyer zu sehen sein, die zu Zivilcourage aufrufen. Diese Aktion unterstützen die Bogestra, der Schalker Fan-Club Verband, der Supporters Club, das antirassistische Bildungsprojekt „dem ball is’ egal, wer ihn tritt“ und das Schalker Fan-Projekt.

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