Am Ball bleiben News 28.09.2007

[28.09.2007]
Ausstellung „Ballarbeit“ zum Thema Fußball und Migration in Osnabrück

Vom 24. September bis zum 12. Oktober 2007 ist die Ausstellung „Ballarbeit. Szenen aus Fußball und Migration“ in Osnabrück im Gymnasium „In der Wüste“ zu sehen. Mit Schautafeln, Bildern und Multimediaelementen befasst sich Die Präsentation der Initiative Flutlicht mit der Rolle der Migration für den Fußball

Eines ist dabei ganz klar: Fußball war von Anfang an international und ist ohne Migration nicht denkbar, schließlich war das Spiel selbst der erste Fußball-Einwanderer, als es von England aus auf den europäischen Kontinent und in den Rest der Welt auszog. Davon legen noch heute die englischen Namen mancher Schweizer Vereine oder auch die Geschichte großer Profivereine wie Inter Mailand, der sich bei seiner Gründung 1908 Internazionale Milano nannte, um zu signalisieren, dass man im Gegensatz zum Milan Cricket and Football Club (heute AC Mailand) auch Ausländer aufnehmen wollte. Der erste Kapitän des Teams war ein Schweizer. Solche und ähnliche Geschichten von Ausschluss und Integration nicht einheimischer Spieler gibt es in vielen Teilen Europas, und sie betreffen nicht nur Profivereine.

„Ballarbeit“ ist aber nicht nur eine Spurensuche in der Geschichte der Fußballmigration, sondern beleuchtet auch die heutige Situation ausländischer oder migrantischer Fußballer: Dokumentiert werden jedoch nicht nur Diskriminierungen, von Stereotypen und Vorurteilen hin zu direkten Schmähungen und Attacken, sondern auch Initiativen gegen Rassismus wie die jährlich in Italien stattfindende „Mondiali Antirazzisti“, die Fußballparty und Protest zugleich ist. Die Ausstellung informiert zudem über die zahlreichen Gründungen migrantischer Vereine, über die Chancen und Schwierigkeiten des Fußballs als Brücke zwischen Kulturen, Sprachen und Religionen. Ein Schwerpunkt ist dabei auch die Rolle von Frauen und Mädchen mit migrantischem Hintergrund im Fußball.

Dream Team International

Literaturtipp:

Einige Literaturhinweise zu den Themen Fußball, Migration und Integration finden Sie in unserer Rubrik Materialien

Nicht denkbar ist Fußball natürlich ohne seine Aktiven, und in deren Geschichte wiederum spielen Ein- und Auswanderung, multi-ethnische Wurzeln und die Eingewöhnung in neue Kulturen oft eine Rolle. Im Ausstellungsteil Dream Team erfahrt ihr zum Beispiel mehr über Bernd Trautmann, der nach seiner Kriegsgefangenschaft in England blieb und dort als Torwart von Manchester City trotz anfänglicher Proteste große Popularität erreichte, die deutsche Nationalspielerin und Einwanderertochter Navina Omilade oder den langjährigen Bundesligaprofi Anthony Yeboah aus Nigeria. Nur drei Beispiele von vielen, die zeigen, wie arm der Fußball wäre, wenn er nicht von Anfang an Grenzen überschritten hätte.

Die Ausstellung „Ballarbeit. Szenen aus Fußball und Migration“ ist noch bis zum 12. Oktober von 9.00 bis 16.00 Uhr im Gymnasium „In der Wüste“, Kromschröderstraße 33 in Osnabrück zu sehen. Sportstudenten bieten nach Anmeldung kostenlose Führungen für Schulklassen und Vereine an. Anmeldungen beim Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück, Tel. 0541 323-3092 oder friedenskultur@osnabrueck.de

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