Am Ball bleiben News 25.09.2007

[25.09.2007]
Fußballgöttinnen

Schiedsrichterin Beatrix Nieder

Passend zur Fußballweltmeisterschaft der Frauen in China zeigt der WDR am Donnerstag, dem 27. September, einen Dokumentarfilm, der sich der Liebe von Frauen zum Fußball widmet. „Fußballgöttinnen“ von Nina Erfle und Frédérique Veith porträtiert vier unterschiedliche Frauen und ihre private und berufliche Leidenschaft Fußball.

Beim Halbfinale der deutschen Mannschaft in China wird sie nicht mit auf dem Platz stehen: Viola Odebrecht spielt in der Bundesliga derzeit für Bad Neuenahr, beim Gewinn des WM-Titels 2003 war sie aber noch dabei und hat auch sonst im Frauenfußball schon eine Reihe Trophäen gesammelt. Millionärin ist sie trotzdem nicht, neben dem Fußball studiert sie und ihre Koffer packt sie auch selbst. Viola Odebrecht ist eine der „Fußballgöttinnen“, die man in dem Werk der Filmemacherinnen Nina Erfle und Frédérique Veith kennen lernen kann, die ihren Weg zwischen Uefa-Cup-Gewinn, verpasster Europameisterschaft und USA-Aufenthalt begleitet haben. Ganz normal, und doch etwas Besonderes.

Weitere Informationen :

Die TV-Erstausstrahlung von „Fußballgöttinnen“ findet am Donnerstag, 27. September 2007 um 23:15 Uhr im WDR statt.

Mehr Informationen rund um den Film, Fotos, Videos und Kinotermine finden Sie auf der Website www.fussballgoettinnen.de.

Neben Odebrecht gehören zu den Fußballgöttinnen auch Versicherungskauffrau Tina, Fan von Kickers Offenbach; Trautchen, seit Jahrzehnten dem Fußball verbunden und auch im Ruhestand Platzwartin bei einem Berliner Amateurverein, und Beatrix, eine der jüngsten deutschen Schiedsrichterinnen, die hofft, vielleicht auch einmal in der 2. Bundesliga zu pfeifen, wie es ihre Kollegin Bibiana Steinhaus gerade vormacht. Nun gibt es mittlerweile schon einige Filme, die sich mit dem Thema Frauen und Fußball beschäftigen, das Schöne an „Fußballgöttinnen“ ist (neben einem charmanten Pro- und Epilog), dass hier den Protagonistinnen einfach vertraut wird: Ohne unnötige Kommentare aus dem Off lässt der Film die porträtierten Frauen selbst zu Wort kommen, ihr Leben mit und ohne Fußball zeigen und beschreiben. Dabei gibt es auch einige Abschweifungen ins Privatleben, zum Einkaufen, Ausgehen oder an den Essenstisch, aber auch das rundet das Bild letzten Endes ab.

Viola Odebrecht

Die Schwierigkeiten, auf die die Frauen mit der Leidenschaft für den Fußball in ihren ganz verschiedenen Beschäftigungen stoßen, spielen dabei nur am Rande eine Rolle. Wenn Beatrix vor einem Spiel die Kabine der Männerteams betritt, um die Aufstellung zu prüfen, oder Kickers-Fan Tina von auf den ersten Blick einschüchternd wirkenden Männern mit Tattoos und Bierdose aufs Herzlichste umarmt wird, dann scheint auf, was die porträtierten Frauen zu immer noch ungewöhnlichen Erscheinungen in ihrer Fußballwelt macht. Dass der Film nicht auf dem Ungewöhnlichen herumreitet, sondern sich einfach für die Frauen und „ihren“ Fußball interessiert, macht seine Qualität aus und kann gerade deshalb eine größere Selbstverständlichkeit für Fußballgöttinnen in ihrem Alltag bewirken.

Copyright © 2007 amballbleiben.orgImpressum