Am Ball bleiben News 04.09.2007

[04.09.2007]
Tipps für Präventionsarbeit gegen Gewalt und Rassismus im Amateurfußball

Mit einer Broschüre, die der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung (LfK) kürzlich herausgegeben hat, will das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Vereine im Amateurfußball dabei unterstützen, rassistischen und gewalttätigen Vorkommnisse präventiv entgegenzuwirken.

Die Broschüre enthält 100 konkrete Hinweise und Empfehlungen für die Präventionsarbeit und wurde von der Arbeitsgruppe „Sport und Gewaltprävention“ entwickelt, in der Polizei, Innenministerium, Landessportbund und Vereine vertreten sind. Bei der Vorstellung des Heftes betonte Innenminister Lorenz Caffier, dass Gewalt und Rassismus mit den grundlegenden Werten des Sports nicht vereinbar seien. Die Gesellschaft, so Caffier, dürfe sich weder mit gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Fangruppierungen noch mit rassistischen Schmährufen abfinden. Allein mit polizeilichen Mitteln sei dieses Problem langfristig jedoch nicht zu lösen. Wirklich wirkungsvoll sei vor allem demokratisches Engagement und Zivilcourage der großen Masse der sportbegeisterten Bevölkerung.

Daher richten sich die 100 Hinweise und Empfehlungen auch explizit an unterschiedliche Zielgruppen: So werden Vereine, Spieler, Trainer und Mannschaften, Faninstitutionen, Verbände, Kommunen, Polizei und Justiz und auch die Medien adressiert. Die Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Akteure umfassen z.B. Antirassismusaktionen, die Erstellung einer Fan-Charta, Stadionordnungen mit entsprechenden Paragraphen oder eine öffentliche Thematisierung von rassistischen und/oder gewalttätigen Vorfällen, statt diese unter den Teppich zu kehren. Die Autoren der Broschüre betonen zudem, dass eine Bereitschaft zur Kooperation aller Beteiligten von großer Bedeutung ist, und weisen daraufhin, dass Präventionsarbeit keinen Erfolg von heute auf morgen bringt, sie „erfordert einen langen Atem und Rückschläge müssen einkalkuliert werden.“

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