Am Ball bleiben News 24.08.2007

[24.08.2007]
„Wir sind Ade“

Adebowale Ogungbure heißt der Namensgeber des antirassistischen Projekts „Wir sind Ade“, das im Frühjahr 2006 ins Leben gerufen wurde. Der Nigerianer – damals noch in Diensten des Oberligisten FC Sachsen Leipzig – wurde nach einem Spiel gegen den Halleschen FC beleidigt und bespuckt. Fans des Leipziger Vereins wehrten sich mit der Gründung der Initiative „Wir sind Ade“ gegen die rassistischen Ausschreitungen.

Während der Hallesche FC mit 600 Euro Strafe belangt wurde, blieb Ogungbure auch in den kommenden Spielen im Blickpunkt und die Pöbeleien ließen keineswegs nach. Mittlerweile hat der Nigerianer den Verein gewechselt und schnürt nun für den Zweitligisten Kickers Offenbach die Stiefel. In seiner letzten Saison in Leipzig wurde „Ade“ Ogungbure von seinem Verein suspendiert, nachdem er sich im Spiel gegen Energie Cottbus II mit dem Hitlergruß gegen immer noch heftige Anfeindungen zur Wehr setzte: „Ein Profispieler darf sich solche Unbeherrschtheiten nicht leisten“, hieß es damals in der Erklärung des Vereins dazu.

Doch obwohl der Nigerianer mittlerweile nicht mehr zum Verein gehört, läuft das Projekt „Wir sind Ade“ weiter. „Warum auch nicht“, erklärt Mitbegründer Christopher Zenker, „immerhin ist der Ursprung der Gründung immer noch der gleiche. Es hat zwar mit Ade begonnen, aber sich dann auch schnell von alleine weiterentwickelt und große Wellen geschlagen.“

Auf der offiziellen Homepage haben sich inzwischen über 2200 Fußballfans und Unterstützer auf die Seite Ades und damit gegen den Rassismus in deutschen Stadien gestellt. Den immer größer werdenden Radius des Projekts und den steigenden Bekanntheitsgrad will Zenker in Zukunft nutzen: „Wir wollen unsere Initiative in Richtung Homophobie ausbauen und auch auf diesem Gebiet arbeiten und aktiv werden.“ Mit Teilnahmen an Kongressen, antirassistischen Fußballturnieren, Banneraktionen bei Heimspielen und vielem mehr machen die Fans immer wieder auf sich aufmerksam.

Ob der Name des Projekts jedoch unverändert bleibt, ist unklar. Am kommenden Sonntag wird in einer extra einberufenen Sitzung darüber entschieden, ob „Wir sind Ade“ einen neuen Namen erhält oder nicht. Inhaltlich wird sich die Arbeit der Leipziger Fans jedoch kaum ändern: „Wir sind und bleiben die Gleichen“, stellt Zenker fest.

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