Am Ball bleiben News 28.07.2007

[28.07.2007]
NRW-Streettour:
Mit Straßenfußball für Spaß und Integration

Zum zweiten Mal nach 2006 ist dieses Jahr die NRW-Streettour in Nordrhein-Westfalen unterwegs, um Jugendliche auf Soccercourts zusammenzubringen und ihnen Spaß am Fußball und am friedlichen Miteinander zu vermitteln. Die Kooperation von Fan-Projekten und lokalen Einrichtungen der Jugendhilfe wird vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration gefördert und steht unter dem Motto „Kick Racism out“.

Das Prinzip ist ganz einfach: Transportable Streetsoccer-Courts, rund 40 Teams aus fünf oder sechs Jugendlichen und viel Spaß. Die Erfahrungen, die das Team der NRW-Streettour bisher mit diesem Konzept gesammelt hat, sind rundum positiv, wie Ralf Zänger vom Fan-Projekt Bochum berichtet. Die Fan-Projekte in Bochum und Dortmund sind die federführenden Organisationen der Streettour, sie bringen das Equipment mit, führen durch das Programm und stellen auch das Personal. An den zehn Veranstaltungsorten der diesjährigen Streettour kümmern sich das örtliche Fan-Projekt und ein Partner aus den Bereichen Jugendhilfe oder Schule um die Organisation vor Ort.

Gewinnen steht nicht im Vordergrund

Der KSV zeigt Flagge: Dominik Suslik in dem Trikot, das er auch gegen Aalen tragen wird

Die NRW-Streettour in Köln

Die Teams, die sich auf den Soccercourts tummeln, setzen sich aus Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren zusammen. Besonderes Augenmerk legen die Veranstalter auf die Integration von Mädchen, nicht nur in eigenen, sondern auch in gemischten Teams. Die Einbeziehung der weiblichen Jugendlichen in die vermeintliche Männerdomäne Fußball klappt, wie Zänger erzählt, meist sehr gut: „Die Jungs stehen dann auch da und feuern die Mädchen an.“ Zudem werden die Schulen oder Jugendorganisationen, die die TeilnehmerInnen in der Regel anmelden, darauf hingewiesen, dass Multikulti-Teams unbedingt erwünscht sind. Kinder und Jugendliche mit migrantischem Hintergrund werden also explizit miteinbezogen und so der integrative Anspruch in der Praxis verwirklicht.

Der KSV zeigt Flagge: Dominik Suslik in dem Trikot, das er auch gegen Aalen tragen wird

Teamfoto vom Kick in Bochum

Dazu trägt auch bei, dass es zwar bei jedem Spiel Gewinner und schließlich auch einen Turniersieger gibt, insgesamt jedoch Spaß und Fairplay im Vordergrund stehen. Gespielt wird auf dem Soccercourt nicht nur ohne Abseits, sondern auch ohne Schiri, die Jugendlichen sollen selbst darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden. Wenn es doch zu Uneinigkeiten kommt, steht ein Betreuer bereit, um zu schlichten. Neben den Spielen gibt es je nach den Möglichkeiten vor Ort zusätzliche Aktivitäten wie Torwandschießen, Kickern oder eine Geschwindigkeitsmessanlage. Dabei können die Fan-Projekte auch auf Unterstützung durch „ihre“ Vereine setzen: Als die Streettour im Mai nach Bochum kam, schauten sogar einige der Profifußballer des VfL Bochum vorbei, zudem wurden alle TeilnehmerInnen zu einem Heimspiel in der kommenden Saison eingeladen.

Nachhaltige Wirkung

Der KSV zeigt Flagge: Dominik Suslik in dem Trikot, das er auch gegen Aalen tragen wird

Das Motto der NRW-Streettour

Für die Jugendlichen ist die Streetsoccer-Veranstaltung nicht nur deswegen ein positives Erlebnis, weil ein schulfreier Tag dabei herausspringt, da ist sich Ralf Zänger sicher. Die pädagogische Aufbereitung, durch die das Miteinander und der Kontakt verschiedener Jugendkulturen statt des sportlichen Wettbewerbs im Mittelpunkt stehen, kommt bei den Jugendlichen durchaus an. Besonders wichtig: Über die Kooperationspartner in Schulen und Jugendorganisationen entwickeln sich Kontakte, über die auch eine längerfristige Beschäftigung mit den Themen Rassismus und Gewalt im Fußball und weitere Vernetzungen möglich werden. So passiert es häufiger, dass Zänger und seine Kolleginnen und Kollegen aus den Fan-Projekten zu Projektwochen und Diskussionsveranstaltungen in Schulen und Jugendeinrichtungen eingeladen werden, um von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen zu berichten. Das einfache Prinzip Streetsoccer kann so nachhaltige integrative Wirkung entfalten oder – wie Ralf Zänger sagt – „Fußball öffnet dir nun mal alle Türen.“

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