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Am Ball bleiben International Fare

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Wir möchten den Fußball ohne die "Krankheit" des Rassismus erleben. Fußball gehört uns allen. Jede/r hat das Recht, Fußball zu spielen und zu sehen sowie frei darüber zu reden, ohne Angst haben zu müssen.

Das ist die Grundüberzeugung von mehr als 200 Vereinigungen, die sich seit 1999 in der europäischen Organisation FARE (Football against Racism in Europe) für den Kampf gegen Rassismus im Fußball engagieren.

Die Organisation

FARE (Football against Racism in Europe) wurde 1999 in Wien gegründet. Die Organisation, die gegen jegliche Art von Diskriminierung im Fußball kämpft – im Stadion, auf dem Spielfeld oder auf dem Trainingsplatz – ist ein Netzwerk von Gruppen aus 35 europäischen Ländern. Mehr als 200 Faninitiativen, antirassistische Fußballprojekte, MigrantInnen-Organisationen, Vereine, Verbände und Spielergewerkschaften sind derzeit im Kampf gegen den Rassismus im Fußball aktiv. Das Netzwerk arbeitet zudem eng mit UEFA und FIFA zusammen. Durch koordinierte Aktionen und gemeinsame Bemühungen auf lokaler und nationaler Ebene beabsichtigt FARE all diejenigen zusammenzubringen, die aktiv gegen Diskriminierung im Fußball vorgehen.

Die starke Beteiligung in allen Teilen Europas ermöglicht es der Organisation, auf einer breiten Basis sowohl Aktionswochen und Integrationskonferenzen durchzuführen, die auf große Resonanz stoßen, als auch die Sportler selbst zu aktivieren. So zum Beispiel mit der Aktion „Zeig Rassismus die rote Karte“, die in Deutschland zusammen mit einem der Kernpartner „Dem Ball is’ egal, wer ihn tritt“ schon seit 2003 organisiert wird. Damals bekannten in Zusammenarbeit mit der Schalker Fan-Initiative e.V. einige der namhaftesten Vereine Nordrhein-Westfalens mit einer Foto-Aktion erstmals unmissverständlich Farbe gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Doch nicht nur Spieler eher: Vereine will das europäische Netzwerk aktivieren, auch Trainer, Funktionäre und Erzieher sollen sich im Kampf gegen den Rassismus im Fußball maßgeblich beteiligen. Eine der Schlüsselaktivitäten der Organisation ist die antirassistische Fan-Weltmeisterschaft Antirazzisti Mondiali in Italien, die jedes Jahr im Juli stattfindet. Im Herbst steht für FARE dann regelmäßig die Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung auf dem Programm. Dabei wird dann einmal mehr die Grundüberzeugung, dass „unser schönes Spiel ohne die ‚Krankheit’ des Rassismus gespielt werden kann und Hautfarbe und die Herkunft eines Spielers oder eines Fans völlig egal ist“ deutlich gemacht.

Streetsoccerturnier bei der EM2004 in Portugal

FARE engagiert sich neben dem Kampf gegen Rassismus auch gegen Homophobie im Sport und speziell im Fußball. Bereits seit 2002 arbeitet das Netzwerk mit der EGLSF (European Gay and Lesbian Sport Federation) zusammen, um auf das Problem der Homophobie im Sport aufmerksam zu machen und dieses ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Analog zu der Aktion „Zeig dem Rassismus die rote Karte“ haben Fangruppen in diesem Zusammenhang mit der Initiative „Zeig dem Rassismus die rosa Karte“ erstmals dieses Thema intensiv aufgegriffen.

Das Netzwerkwill dazu aufrufen, sich aktiv am Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung zu beteiligen und Anfeindungen in und um das Stadion entschieden zu begegnen. Schon bei der WM 2006 in Deutschland hat FARE mit einer Hotline und einer E-Mail-Adresse Fans und Stadionbesuchern die Möglichkeit gegeben, rassistische Vorfälle zu melden. Dieses Angebot besteht auch nach der Weltmeisterschaft auf der Homepage von FARE noch.

Aktuell schlägt das FARE-Netzwerk gemeinsam mit der FIFA auch Brücken zu nichteuropäischen Staaten. Mit einem Aufruf an Organisationen, Vereine und NGOs (nichtstaatliche Organisationen) suchen FIFA und FARE Gruppen, die sich zugunsten von ethnischen Minderheiten engagieren.

Darüber hinaus wurde FARE von der UEFA mit der Umsetzung eines umfassenden Fan- und Besucherbetreuungsprogramms im Rahmen der bevorstehenden EURO 2008 beauftragt. Aufgrund der positiven Erfahrungen bei der EURO 2004 und der WM 2006 sind folgende Aktivitäten von FARE geplant:

  • Aktivitäten gegen Rassismus und Diskriminierung in allen acht Host Cities
  • Einrichtung und Betreuung von Fan-Botschaften: Nach den überaus positiven Erfahrungen bei der WM 2006 werden in den Host Cities mit den Fan-Botschaften zentrale Anlauf- und Informationsstellen für alle Fußballgäste eingerichtet.
  • Interkulturelle Beziehungen und Fairplay. Im Rahmen eines für die EURO entwickelten Schulprojektes „Fair Play EURO Schools 2008“ organisieren streetfootballworld und seine Partner, die Schweizerische Akademie für Entwicklung (SAD) sowie das Wiener Institut für Entwcklungsfragen und Zusammenarbeit (vidc) Aktivitäten im Vorfeld der EURO zur Förderung interkultureller Beziehungen und des Fairplay.

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